Der NVN auf den Spuren der Biodiversität

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Am 5. Juni 2010 lud der Natur- und Vogelschutzverein Niederrohrdorf zur Exkursion Biodiversität ein. Albert Wickart brachte mit seiner Führung im Gebiet des Torfmooses rund 35 Teilnehmenden auf beeindruckende Weise den Begriff Biodiversität näher.

Biodiversität meint genetische Vielfalt, Reichtum der Arten und Mannigfaltigkeit der Arten. Wenn wir Tiere und Pflanzen schützen wollen, gelingt uns dies nur, wenn wir auch ihre Lebensräume erhalten. Jedem Lebensraum kann eine ökologische Pyramide (Nahrungskette) zugeordnet werden. Bei jeder Pyramide steht der Mensch zu oberst. Erfährt diese Nahrungskette eine Störung, wird sie der Mensch zu spüren bekommen. An verschiedenen Beispielen wurde dieser Aspekt den Teilnehmenden vor Ort praktisch erläutert.

Dabei wusste Albert Wickart auch über interessante Eigenschaften einzelner Tiere und Pflanzen zu berichten:

Die Assel ist mit vielen andern Bakterien und Organismen  verantwortlich, dass das Laub zu Kompost wird und als Nahrung vielen Pflanzen dient. Mit ihren Kiemen an den Beinen bezieht sie aus der feuchten Umgebung den Sauerstoff.

Die Erle wirft ihre Blätter grün ab und kann auf nahrungsarmen Böden leben. Denn sie bildet mit dem Erlengrübling eine Symbiose. Während die Erle dem Pilz Kohlenhydrate liefert, versorgt dieser sie mit Stickstoff. Die Erlenzeisige (Vögel) nimmt sie im Winter als Gäste in ihrer Krone auf.

Hochstaudenfluren mögen auf den ersten Blick unordentlich wirken. Sie sind aber lebenswichtig für Insekten und auch Reptilien, welche bei vielen ökologischen Pyramiden die Basis bilden. Die ungiftige bei uns nur noch selten vorkommende Ringelnatter frisst Frösche und Kröten. Sie beisst nicht. Wenn man sie erschreckt, stellt sie sich entweder tot oder löst ihre Kloake, was fürchterlich stinkt.

Ein verkannter Lebensraum ist das Totholz. Es bietet einerseits Unterschlupf und anderseits Nahrung für unzählige Tierarten. Somit nimmt es einen wichtigen Stellenwert in der Nahrungskette ein.

Interessierte, welche den Anlass verpassten, finden Informationen zur Biodiversität bei den Orientierungstafeln entlang des Naturlehrpfades im Torfmoos. Ein Rundgang lohnt sich bestimmt.

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