An der Gemeindeversammlung vom 26. November 2012 wurde das vom Gemeinderat beantragte Budget der Einwohnergemeinde und der Gemeindewerke Neuenhof für das Jahr 2013 zurückgewiesen. Der Hauptgrund für die Rückweisung war eine Erhöhung des Steuerfusses auf 115%. Als verantwortliche Schulbehörde fühlen wir uns gegenüber den Kindern und den Mitarbeitenden der Schule verpflichtet, die Stimmbürger von Neuenhof - im Hinblick auf die am 28. Januar 2013 stattfindende ausserordentliche Gemeindeversammlung - auf die Konsequenzen einer Ablehnung des Steuerfusses von 115% aufmerksam zu machen.

Beibehaltung des Steuerfusses 98% = KEIN Kredit für Schulbauten

An der Gemeindeversammlung vom 20. Dezember 2010 hat die Gemeinde einen Projektierungskredit von SFr. 1,8 Mio. für die Sanierung und Erweiterung der Schulbauten mit nur 4 Nein Stimmen gutgeheissen. Die Projektierung einer ersten Bauetappe befindet sich im Moment in der Endphase mit dem Ziel, der Bevölkerung an der Gemeindeversammlung im November 2013 eine Kreditgenehmigung zu unterbreiten. Aufgrund der aktuellen Erfahrungen der Gemeindeverwaltung ist es nahezu ausgeschlossen, angesichts der momentanen finanziellen Lage der Gemeinde und einem Steuerfuss von 98%, Geldgeber für die Finanzierung der Schulbauten zu finden. Die Frage lautet deshalb im Grundsatz: Wollen wir einen Steuerfuss von 98% oder eine angemessene Schulinfrastruktur? In der Strategie „Vorwärts“ der Gemeinde Neuenhof sind beide Massnahmen gleichwertig aufgelistet. Für welche soll man sich nun entscheiden? 

Folgende Punkte gibt es zu beachten, falls die Schulräume nicht wie geplant erneuert werden können:

  • Der Leistungsauftrag der Schule Neuenhof kann mit dem bestehenden Raumangebot mittelfristig nicht erfüllt werden d.h. der Bau von dringend benötigtem Schulraum verschiebt sich im besten Fall um 5 bis 10 Jahre
  • Bereits gesprochene und verwendete Zahlungen (Projektierungskredit) gehen verloren
  • Es kommt zur Abwanderung von Lehrpersonen bzw. zu Schwierigkeiten geeignete Lehrpersonen für unsere Schule zu finden

Das heisst: Die Strategie „Vorwärts“ kann mit einem Steuerfuss von 98% nicht umgesetzt werden, da der Schulraum für Kinder von Neuzuzügern nicht vorhanden ist. Ausserdem werden, auch ohne die geplanten Schulraumanpassungen, unumgängliche Sanierungs- und Unterhaltskosten im Bereich Schulbauten auf die Gemeinde zukommen, dies allerdings ohne Wertvermehrung der Infrastruktur.

Wozu braucht es eine Sanierung und Erweiterung der Schulbauten?

Die längst fällige Sanierung und Erweiterung der Schulbauten wurde in der Vergangenheit aufgrund von unsicheren Planungsgrundlagen (Bildungskleeblatt, Oberstufen-Standort, Fusion mit Baden) immer wieder zurückgestellt. Folgende Punkte machen eine Erneuerung der Schulbauten unumgänglich:

Für den Schulbetrieb:

  • Die Bereitstellung von Schulraum für eine zunehmende Anzahl von Schüler/innen (geschätzte 15% innerhalb der nächsten 10 Jahre) sowie für minimale Tagesstrukturen (Blockzeiten)
  • Der Ersatz von über 40-jährigen Provisorien (Pavillons)
  • Ein grosser Sanierungsbedarf des Schulhauses Schibler (Baujahr 1954) und des alten Schulhauses (Baujahr 1910)

Für die Gemeinde:

  • Die Strategie Vorwärts kann bis auf einen der Region angepassten Steuerfuss weitergeführt werden
  • Die Standortattraktivität erhöht sich dank guter Qualität der Schulen

Die Schule spielt eine zentrale Rolle im Bereich Integration und Sozialisierung innerhalb der Gemeinde Neuenhof. Diese Aufgabe stellt grosse Anforderungen an die Mitarbeitenden der Schule. Wenn erschwerte Arbeitsbedingungen durch mangelhafte Infrastruktur und prekäre Raumverhältnisse hinzukommen, führt das zu Frustration und Verlust von engagierten Mitarbeitenden. Die Schule verliert folglich an Qualität und die sozialen Schwierigkeiten in der Gemeinde nehmen zu. Die Leidtragenden wären vor allem die Kinder - unser Potential der Zukunft! Um einen ordentlichen Schulbetrieb auch weiterhin gewährleisten zu können, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung: Sagen Sie am 28. Januar 2013 „JA“ zu einem Steuerfuss von 115%!