Das Kind von Noah

Eine Bühne voller Koffern – wer denkt da nicht an Reisen, Ferien, Abenteuer? Das Stück, welches das Theater 58 im reformierten Kirchgemeindehaus präsentierte, handelte jedoch von Bitterernstem und Todtraurigem: von Flucht, Verfolgung und Versteck, von Freundschaft und der Frage nach Christ- und Jüdischsein . Der kleine Joseph, als jüdisches Kind ein „Kind von Noah“, wird von seinen Eltern bei einer hilfsbereiten Familie zurückgelassen, überlebt die Nazizeit in einem christlichen Internat, erhält von einem engagierten Pater Erklärungen zum jüdischen Glauben und begegnet als erwachsener Einwanderer in Palästina wiederum einem Konflikt zwischen Menschen und Religionen. Die zwei Schauspieler Stefan Kollmuss und Bodo Krummwiede und die Schauspielerin Pascale Jordan stellten in beeindruckend schnellen Rollenwechseln Eltern, Kind, Fluchthelferin, Internatsleiter, Schulfreund, Dorfapothekerin und Militärs dar. Mit Hut, Mütze, Kippa und Brille verwandelte sich die Mutter in den Schulfreund, der Vater in einen Nazi und dieser wiederum in den priesterlichen Internatsleiter. Das Theater 58 bot - auf Einladung des Oekumenischen Forums Kultur - mit dem Stück „Das Kind von Noah“ des Bestsellerautors Eric-Emmanuel Schmitt einen überraschenden, besinnlichen Theaterabend voller Witz und Tempo.

Sonntag, 6. April 17.00-18.30 im ref. Kirchgemeindehaus Lenzburg