Geschätzte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Wohlen. Am 13. Februar 2011 entscheiden Sie darüber, wie unser Friedhofgebäude in den nächsten Jahrzehnten seine verschiedenen Aufgaben erfüllen kann.
Der heutige Zustand erfordert dringend eine neue Lösung
Das bestehende Friedhofgebäude ist in seinen Grundzügen über 100 Jahre alt. Die ehemalige offene Abdankungshalle von 1903 war ein formschönes Gebäude mit einem markanten torähnlichen Eingang vom Dorf her, welches den Zugang zum grosszügigen Friedhof bildete. Die radikalen An- und Umbauten von 1970 und 1981 haben den Charakter des Gebäudes nachteilig verändert ohne es zweckmässiger zu machen. Was bleibt heute?
Geblieben ist heute ein zweckmässiger Raum für die Abdankungen und Gottesdienste. Ja, er ist für seine Zwecke nicht unzumutbar und die CVP hat Verständnis für jene Menschen, die ihn erhalten möchten, weil er ihnen vertraut ist. Die offensichtlichsten Mängel sind, dass er nur erschwert für Gehbehinderte zugänglich ist und dass der überdeckte Vorraum vom sakralen Raum deutlich abgetrennt ist. Ausserdem ist dieser zugig und das Dach rinnt. Will man die Friedhofkirche ohne Nebenbauten in der heutigen Form behalten, sind dazu beträchtliche Investitionen nötig; genannt seien Dachsanierung, Ersatz der Fenster, Isolation der Gebäudehülle, Boden, Installationen, Abbruch- und Anpassungsarbeiten bei den Nebengebäuden und vieles mehr. Die Kosten solcher Sanierungen kommen erfahrungsgemäss nahe an Neubaukosten heran, ohne die Lebensdauer eines Neubaus erreichen zu können.
Alles andere um den Kirchenraum herum ist aus heutiger Sicht schlicht nicht mehr zumutbar. Darin sind sich auch die Gegner der Vorlage einig. Die ankommenden Särge mit den Verstorbenen müssen unter schwierigen Verhältnissen gehoben, gewendet und herumgetragen werden. Legalinspektionen, das heisst die amtliche Untersuchung bei ausserordentlichen Todesfällen können kaum mehr stattfinden. Der Raum, in dem die Verstorbenen zur Aufbahrung vorbereitet werden ist klein und unpraktisch. Die Kühlapparaturen funktionieren ungenügend. Die beiden engen Aufbahrungsräume erschweren ein würdiges Abschiednehmen im Kreise der Angehörigen. Bei drei Todesfällen muss ein alter Not-Katafalk in der Sakristei eingesetzt werden. Auch dieser genügt den Anforderungen nicht mehr. Die WC-Anlage, auch für die Besucher des Friedhofs, ist bescheiden und nicht behindertengerecht. Die Räumlichkeiten für die Gerätschaften und Maschinen im niedrigen Keller unter dem Friedhofgebäude und nur über eine Rampe erreichbar, brauchen dringend eine Verbesserung.
Umgestaltung mit neuen Zusatzbauten?
Wo liegt die Lösung des Problems? Vorschläge gab und gibt es einige. Alle Projekte, die den bisherigen kirchlichen Raum ganz oder teilweise erhalten wollten und die übrigen Räume als neu bauten daran anschlossen, haben nach dem Urteil der Wettbewerbs-Jury das Problem nicht befriedigend lösen können. Ob eine örtliche Trennung mit Erhalt der Friedhofskirche und Neubau der übrigen Räume im Friedhof oder ausserhalb auf der Rösslimatte machbar, vernünftig und bezahlbar ist, kann ohne neuerliche Projektierung nicht mit Sicherheit gesagt werden. Alle dazu herum gebotenen Zahlen basieren auf wohl optimistischen Grobschätzungen ohne Grundlagen und können nicht als seriös betrachtet werden. Wie wäre es sonst zu erklären, dass manche Gegner gleichzeitig von einem „Luxusbau" und „billigster Bauweise" schreiben. Im übrigen ist es auch nicht eben pietätvoll, jene Räume, in denen die Angehörigen von ihren Liebsten Abschied nehmen können, als „technischen Bereich" zu bezeichnen, der ausserhalb des Friedhofs platziert werden kann.
Überzeugende Lösung mit einem Neubau
Gemeinderat und Einwohnerrat schlagen nach gründlicher Arbeit einen gemeinsamen Neubau für alle Teile eines Friedhofgebäudes vor. Dabei werden die kirchlichen Räume, die Aufbahrungsräume und die technischen Betriebe innerhalb der Gebäudehülle klar getrennt und durch einen verbindenden Torraum zu einem Ganzen verbunden. Der grosse Durchgang verbindet die Gemeinde Wohlen mit ihrem würdevollen und schönen Friedhof und öffnet den Friedhof zur Gemeinde hin. Dieses Konzept hat die Jury überzeugt und es überzeugte auch die grosse Mehrheit der CVP an ihrer Versammlung.
Der Projektkredit von 4.37 Millionen Franken ist eine stolze Summe, aber diese ist nötig, um ein überzeugendes, wirtschaftliches und vor allem würdiges Gebäude zu erhalten, welches mehreren Generationen dienen wird. Eine Ablehnung des Kredits führt zur Vernichtung von Planungskosten, zu weiteren Auseinandersetzungen um die „richtige" Lösung, zu Verzögerungen von mehreren Jahren, zu neuen Projekten, Abstimmungen, Renovationen und Neubauten, die, aller Wahrscheinlichkeit nach, zusammen nicht billiger kommen werden.
Ja zum Friedhofgebäude
Die CVP tritt für eine gesunde Entwicklung von Wohlen ein. Dazu gehören überzeugende und zukunftsgerichtete Lösungen bei den Infrastrukturen. Setzen wir mit einem JA zum neuen Friedhofgebäude ein positives Zeichen für eine lebendige Gemeinde, welche die Verantwortung und den würdevollen Respekt für ihre Verstorbenen wahrnimmt. (rwa)