Es war eine längere und sehr lebhafte Diskussion. Aber nach vielen guten Voten
beschloss die CVP-Versammlung Oberrohrdorf-Staretschwil einstimmig, die Vorlage für
den Bau einer weiteren Turnhalle an der kommenden Gemeindeversammlung zu
unterstützen.
Er sei sich klar darüber, was die Leute zurzeit bewege und er sei sich der Bedeutung der
heutigen Diskussion zum Haupttraktandum sehr bewusst, sagte Präsident Eric Ischer
einleitend. Aus diesem Grund konzentrierten sich die Anwesenden bald einmal auf das
Turnhallen-Traktandum. Für über 6 Millionen Franken soll das bestehende Angebot erweitert werden. Im Beisein der CVP-Gemeinderäte Monika Locher und Thomas Heimgartner entspann sich bald eine lebendige Diskussion. Interessant dabei war, dass mehrere Votanten beklagten, dass Oberrohrdorf an Schwung verloren habe und nur noch verwaltet werde. «Es fehlen die Visionen, aber auch der erklärte Wille, die Gemeinde attraktiver zu machen», so der Tenor. Die Nachbargemeinde Niederrohrdorf habe sich in vielen Teilen schneller und besser entwickelt, sei in einigen Belangen attraktiver.
Zu den überragenden Pluspunkten aber könne Oberrohrdorf die sehr aktiven Vereine zählen.
«Wo sonst setzen sich so viele ehrenamtliche Mitglieder in den Turnvereinen ein, wo sonst kann eine Gemeinde so viel Nachwuchs in den gut geführten Vereinen verzeichnen? Ausgerechnet diese mit einem Nein zum Hallen-Neubau zu bestrafen, wäre grundfalsch – umsomehr, als ja der Bedarf für mehr Hallenkapazitäten mit Nebenräumen klar gegegeben sei. Ebenso verhängnisvoll sei es, die Diskussion über die attraktiven Elemente einer Gemeinde ausschliesslich über den Steuerfuss zu führen. Die Turnhalle sei für die Bevölkerung mindestens ebenso wichtig wie die geplanten Strassenkreisel, bei denen das Geld offenbar keine Rolle spielt.
Rückblickend fühlt man sich in die achtziger Jahren versetzt. Damals verlangten namhafte Kreise, wie heute, aus finanziellen Gründen den Abriss der sanierungsreifen Zehntenscheune. Visionäre und Gemeinderat setzten sich aber vehement für eine Erhaltung ein. Kann man sich heute unser schönes Dorfzentrum ohne das damals umstrittenene Kleinod vorstellen? Die CVP will eine lebenswerte Gemeinde und wird das Geschäft deshalb an der Gmeind vom 3. Dezember 2014 unterstützen; gleichzeitig sind die Vereine aufgerufen, sich entspechend aktiv einzusetzen.

Louis Dreyer,  5452 Oberrohrdorf