Die CVP Kandidaten des Bezirks Muri beantworteten am letzten Mittwoch die Fragen von Podiumsleiter Fabian Hägler, Redaktor AZ, vor einem interessierten Publikum im Restaurant Sternen in Boswil.

Begrüsst wurde das Publikum durch Ulrich-P. Rymann, Präsident der CVP Boswil-Bünzen-Kallern. Er stellte fest, dass dem interessierten Publikum Kandidaten aus dem ganzen Bezirk, aller Altersgruppen, mit verschiedensten Berufen vorgestellt werden können.
Nach der Vorstellungsrunde übernahm Fabian Hägler, Redaktor AZ, das Zepter als Moderator der Podiumsdiskussion. Zum Thema Hochwasser im Freiamt sieht Andreas Villiger die Lösung in der Zusammenarbeit der Kantone. Eine Mögliche Absenkung des Vierwaldstättersees um 10 cm würde eine grosse Speicherkapazität bringen. Dies umzusetzen dürfte aber eher schwierig sein. Eine weitere Lösung wären Massnahmen im Luzerner Hinterland um die grossen Wassermengen, welche die kleine Emme bringen kann, auszugleichen. Villiger ist nicht dafür, noch mehr fruchtbares Landwirtschaftsland im Freiamt der Reuss als Ausgleichsbecken zur Verfügung zu stellen. Ralf Bucher kann sich gut geplante Rückhaltebecken insbesondere an der Bünz vorstellen. Die Landwirtschaft könne aber nicht für Baufehler wie zu kleine Brücken und Durchlässe gerade stehen. Die Rückhaltebecken müssen so gebaut werden, dass das Wasser bei sinkendem Spiegel schnell abfliessen kann und dem Ackerland keine grossen Schäden entstehen.
Die Frage zur Sicherheit im Freiamt, Überfälle bei Kiosken, Tankstellen, Probleme um Bahnhöfe, wurde in den Raum gestellt. Zivilcourage und nicht jedes Mal wegsehen, dies wünscht sich Herbert Strebel. Wenn jeder etwas mehr hinschauen, und sich auch einmal getrauen würde etwas sagen, könnte man schon viel erreichen. Im Weiteren muss die Polizei von administrativer Arbeit befreit werden um wieder mehr auf der Strasse präsent zu sein. In den Schulen und im Umfeld müssen gerade Ausländer gut integriert werden um Problemen vorbeugen zu können.
Bildung ebenfalls ein wichtiges Thema, insbesondere das Kleeblatt. Die zwei Kandidaten aus dem schulischen Umfeld konnten in diesen Themen kompetent Antwort geben. Das Aargauer Schulsystem muss dringend mit den anderen Kantonen harmonisiert werden, so Claudia Kreienbühl-Dubler. Sie sieht im Kindergarten und in der Einschulung Handlungsbedarf. Weiter sind gerade für Jugendliche Tages- und Betreuungsstrukturen wichtig. Yvonne Leuppi-Köchli wies darauf hin, dass eine Einschulung in den Kindergarten mit vier Jahren wichtig sei. Für ein gelingen einer guten Bildung sind aber der Rückhalt in der Familie und Tagesstrukturen sehr wichtig. Gerade die Diskussion um die Bildung brachte auch gewisse Ängste im Publikum hervor. Vor allem die Neustrukturierung der Oberstufe gibt Anlass zur Befürchtung. Claudia Kreienbühl-Dubler konnte aber erklären dass es nach wie vor drei Züge in der Oberstufe geben werde, allerdings mit neuer Verteilung. In die „Bez (neu = P)" und „Sek (neu = E)" würden rund je 30 % der Schüler gehen und in die „Real (neu = A)" rund 40 % der Schüler.
Das Thema Verkehr darf natürlich gerade im Freiamt nicht fehlen. Sascha Winterberg stellte die Forderung, der JCVP-Freiamt in den Raum, dass der Umsteigebahnhof immer in Lenzburg sein müsse. Es ist an der Zeit das auch durchs Freiamt Schnellzüge fahren und halten. Für den Wirtschaftsstandort Freiamt ist es wichtig, dass ein schneller und guter ÖV besteht. Sascha Winterberg fordert aber auch den geplanten Ausbau der Strassen im Freiamt endlich umzusetzen. Rico Hartmann ist dagegen nicht überzeugt, dass ein Ausbau des Strassennetzes das Richtige ist. Der Stau wird so nur immer wieder verlagert. Er Plädiert für ein umdenken im Verkehr. Da wo es möglich ist soll auf den ÖV umgestiegen werden.
Das Thema Energie wurde an diesem Abend auch diskutiert. Herbert Strebel stellte fest, dass der Markt nicht spiele nach der Strommarktsliberalisierung. Die Strompreiserhöhung muss bekämpft werden, gerade auch um die Wirtschaft nicht noch mehr zu belasten. Sascha Winterberg sieht die Zukunft der Energie im Bauen von Minergiestandart. In seinen Augen soll man viele kleine Kraftwerke fördern, nach dem Motto: „jedes Haus ein Kraftwerk". Nicht zu vernachlässigen sind unsere bisherigen Kraftwerke auf welche wir auf lange Frist angewiesen sind.
Albert Fischer, Präsident der CVP-Bezirk Muri erklärte für die Anwesenden das Wahlvorgehen nach dem neuen System des Doppelten Pukelsheimer. Da keine Listenverbindungen mehr möglich sind, ist die Junge CVP nicht mehr mit einer eigenen Liste angetreten sondern hat jetzt mit Sascha Winterberg einen engagierten Kandidaten auf der CVP-Liste. Albert Fischer ist überzeugt dem Bezirk Muri eine gute, ausgewogene Liste vorlegen zu können. Nach dem obligaten verdanken der Teilnehmer leitete man zum gemütlichen Apéro, gespendet von der Obermühle Boswil, über.
Peter Steinmann