Aarau

Cry Out and Shout - Musikalische Stimmungsbilder

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Mit fulminanten Takten wurden Besucherinnen und Besucher in das musikalische Leitthema "Cry out and shout" eingeführt. Die Vertonung eines Bibelverses durch den norwegischen Kom- ponisten Knut Nystedt (1915-2014) eröffnete das Konzert mit kompaktem A cappella-Gesang, einladend und überzeugend vorgetragen durch rund fünfzig Sängerinnen und Sänger des Kammerchors Aarau.

Eine in vielerlei Hinsicht herausfordernde Komposition bildete das Hauptwerk des Abends, die "Missa brevis" von Zóltan Kodály, eine spätromantische Messevertonung für Orgel, Soli und Chor. Von den Sängerinnen und Sängern waren harmonische und rhythmische Klippen sowie schnelle Koloraturen und dynamische Wechsel zu bewältigen. Das Werk enthält stark bewegte aber auch ruhige, zarte Sätze. In einzelnen Partien kamen die Soli (SATB), sehr harmonisch eingefügt, zur Geltung. Der gesamte Klangkörper - Chor, Soli, Orgel - hat diese Anforderungen mit hoher Präzision, musikalischem Können und anhaltender Bereitschaft sehr gut bewältigt.

Für die Wiedergabe des dritten Werks, die Vertonung eines Liebesgedichts "My Love Dwelt in a Northern Land" von Edward Elgar stellten sich die sechs Soli (3SATB) im Mittelgang des Kir- chenschiffs auf. Sie erfüllten die Kirche mit ihrem klaren, transparenten Vortrag und verhalfen dem romantischen Gestus des Liedes zur Wirkung - zum grossen Gefallen des Publikums.

Nadia Bacchetta brillierte anschliessend mit Jehan Alains "Litanies". Die Aarauer Organistin wusste durch angepasste Registrierung, meisterliches und fehlerfreies Musizieren, die Facetten dieses auch in technischer Hinsicht anspruchsvollen Werks voll zur Geltung zu bringen.

Den Abschluss des Konzerts bildete Kodálys Vertonung des Psalms 114. Chorische und Uni- sono-Stellen wechseln ab und die Orgel mischte sich mit zum Teil eigenen Linien ein. Die Wie- dergabe dieses Werks liess die Mitwirkenden nochmals mit ihren musikalischen Qualitäten und ihrer Präsenz glänzen.

Ramin Abbassi hat als musikalischer Leiter mit seiner Werkauswahl, seinem klaren Dirigat und seinem begeisternden, ansteckenden Gestus, der sich sichtbar auf die Mitwirkenden überträgt, wiederum eine eindrückliche musikalische Feierstunde ermöglicht. Die zahlreichen Konzertbe- sucherinnen und Konzertbesucher bedankten sich für die Darbietung mit langanhaltendem Ap- plaus. Auf die nächsten Konzerte darf man sich freuen. /Viktor Schmid

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