Küttigen

Comenius-Projekt an den Schulen Küttigen und Kasteln

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Ein Klassenaustausch zwischen der 4. Sek a der Schule Küttigen und der Marriotts School in Stevenage, in der Nähe von London, waren der Auftakt zu einem zweijährigen EU-Projekt. Marianne Herzog, Lehrerin im Schulheim Schloss Kasteln, hat dieses zukunftsgerichtete Projekt organisiert und war auch für den Austausch verantwortlich.

Ganz neu ist es auch der Schweizer Volksschule möglich, an den Programmen der EU zum Lebenslangen Lernen teilzunehmen. Das Schulheim Schloss Kasteln zusammen mit der Schule Küttigen sind von den ersten Schulen der Schweiz, die bei diesem Comenius-Projekt mitmachen. Es haben sich für dieses Projekt 8 Partnerschulen über ganz Europa verteilt, gefunden, die während zwei Jahren intensiv zusammen arbeiten, Projekte durchführen und sich immer wieder treffen. Das gemeinsame Thema ist „Sustainability"; Nachhaltigkeit. Dieses Thema wurde an einem Vorbereitungstreffen der Partnerschulen aus England, Schottland, Holland, Spanien, Portugal, Italien, Polen und der Schweiz ausgewählt und besprochen.

Ein intensiver Brief- und Mailverkehr, der beinahe ein Jahr lang dauerte, ging dem Besuch der Deutschklasse des 10. Schuljahres aus Stevenage im Aargau voraus. Die 4. Sek a in Küttigen unter Leitung ihrer ehemaligen Klassenlehrerin Marianne Herzog erwarteten die englischen Schüler spätabends vom Flughafen kommend in Aarau. Die englischen Schüler wurden am Bahnhof von ihren Gastfamilien abgeholt. Ihre Deutschlehrerin Britta Radenhausen aus England begleitete sie in dieser Austauschwoche.

Programm; Mix zwischen Unterricht und Ausflügen
Das Programm war ein Mix zwischen normalen Schulstunden und Ausflügen, bei denen immer wieder das Thema „Umweltschutz" im Zentrum stand; der Besuch des Naturamas in Aarau, des Gletschergartens in Luzern mit der Ausstellung zum Rückgang der Gletscher und die umweltfreundliche Holzschnitzelheizung im Schulheim Schloss Kasteln. Für die Engländer war aber auch der öffentliche Verkehr eindrücklich, immer wieder staunten sie über die guten Verbindungen von Bus und Bahn und die sauberen, sicheren und pünktlichen Transporteinrichtungen.

Aber auch der Unterricht liess die englischen Schüler staunen. Es gibt in der Schweiz kürzere Lektionen und deshalb viel mehr Pausen, dafür beginnt man hier früher mit dem Unterricht am Morgen und hört am Abend später auf. Undenkbar für englische Verhältnisse ist auch, dass man über den Mittag nach Hause zum Essen geht. In englischen Schulen verpflegt man sich in der kurzen Mittagspause in der Kantine.

Herausgeputzte Lernende
Die Küttiger Schülerschaft staunte über die modischen Outfits der englischen Gäste. An der Marriotts School müssen alle Uniformen tragen und haben strenge Auflagen in Sachen Schuhe und Make up. Darum genossen es die Engländerinnen für einmal, sich individuell zu kleiden. Mit viel guter Laune nahmen sie auch am Putzen des Schulhausareals teil und dem separaten Sammeln des Abfalls. Es wäre an ihrer Schule undenkbar, dass Lernende zu solchen Arbeiten hinzu gezogen werden dürften, dafür schätzten die Engländer die Sauberkeit des Pausenplatzes.

Comenius-Vertrag wird unterzeichnet
Die Anwesenheit der Küttiger Schüler und der englischen Gäste im Schulheim Schloss Kasteln wurde zum Anlass genommen, den Comenius-Vertrag zwischen dem Bund und den beiden Schulen zu unterzeichnen. Damit ist der Auftakt gemacht zu weiteren Projekten im Bereich Umweltschutz. Von diesen Arbeiten, die selbständig von Schülern erarbeitet werden, werden die besten ausgewählt und diese Jugendlichen können am nächsten Comenius-Treffen teilnehmen. Das heisst, dass im nächsten Frühjahr einige Schülerinnen und Schüler aus Küttigen und Kasteln für einige Tage nach Ceuta in Spanien reisen dürfen.

Zum Abschied verpassten sie den Zug
In der Freizeit unternahmen die Gastfamilien viel mit ihren Gästen und diese genossen es sehr. Wie sehr sich alle näher gekommen waren, wurde auf dem Perron sichtbar, als sich alle umarmten und einige Tränen flossen. Vor lauter Abschiednehmen verpassten die Engländer den Zug. Das war jedoch kein Problem, denn wenig später fuhr der nächste Zug und der Flug hatte sowieso wieder Verspätung. Alle freuten sich schon auf das Wiedersehen im nächsten Mai, wenn die Klasse aus Küttigen in Stevenage einen Gegenbesuch abstatten wird. „Thank you for such an amazing week ... the best by far," schrieb eine englische Schülerin nach ihrer Heimkehr auf Facebook, wo intensiv Kontakte gepflegt und Fotos ausgetauscht werden. Bei der Küttiger Klasse ist die Motivation, noch besser Englisch zu lernen, stark gestiegen. Eine bessere Woche hätte man sich wirklich nicht wünschen können. Mehr Informationen über das Comenius-Projekt bietet die Webseite: www.sussol.jimdo.com.(mhe)

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