Spreitenbach

Christov Frey in der Gemeindegalerie Spreitenbach

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Die Vernissage des Kunstmalers Christov Frey wurde sehr gut besucht. Es wurden anregende Gespräche geführt und Herr Frey informierte über seine Werke. Hierzu nachträglich einige wichtige Gedanken zu dieser Ausstellung.

Ein Auszug aus seiner Rede.

Für uns alle ist klar: noch nie gab es so viele Bilder.

Wir konsumieren dank den modernen Medien Fotos, Fernsehen, Printmedien, Internet … Diese ganze Bilderflut interessiert mich stark: Menschen, Technik, Natur, Umwelt, Politik…

Was Christov Frey aber in der letzten Zeit am meisten beeindruckt, sind Darstellungen von der Unendlichkeit des Weltraums, sind die immer besseren mikroskopischen Vergrösserungen, die skurrilen Formen der Evolution, z.B.

neu entdeckte Lebewesen in der Tiefsee.

Weil aber alle diese Bilder als Bild schon existieren, möchte ich mich nicht weiter mit damit beschäftigen. Ich suche einen andern Weg zum Bild.

Viele Betrachter meinen, meine Bilder seien sorgfältig konstruiert und mit präzisen Entwürfen oder Computerzeichnungen geplant. Der Eindruck täuscht, weil alles so klar und streng und genau gestaltet ist.

Ich gehe aus von inneren Bildern. Zuerst male und wische ich mit wässriger Farbe, kleckse, skizziere Linien, Strukturen, Flächen, so wie es sich spontan entwickelt. Auf diese Weise entstehen diffuse, lockere, unklare Bilder, die nicht

Stark farbig sind.

In diesen skizzenhaften Improvisationen suche ich nach Gestalten, nach Formen, nach Farben, an denen ich mich festmachen kann. Ich finde da eine Linie, dort einen Farbfleck, darüber Strukturen, dazwischen grössere Flächen, hier muss ich eine Farbe übermalen oder sie mit anderen Farben verstärken.

So entwickelt sich langsam eine Bildform, die mich zu interessieren beginnt, die mich im besten Fall sogar packt. Warum es für mich irgendwann stimmig wird, kann ich mir selber auch nicht erklären. Sicher hat es damit zu tun, dass ich mich ein Leben lang mit bildhafter Darstellung gefasst habe.

Technisch ist diese Malerei einfach zu bewerkstelligen. Ich verwende Acrylfarbe, ich kann rasch wieder übermalen und verändern. Die Farbe lässt sich nach zwanzig Minuten übermalen, sie deckt zwar nicht immer, dann muss ich mehrfach übermalen. Selten lasse ich die untere Schicht durchscheinen, meistens versuche ich das darunterliegende zu verstecken. Am nächsten Tag oder in den nächsten Wochen wirkt oft alles wieder fremd oder schlecht und ich muss vieles neu gestalten.

Dieser Gestaltungsprozess dauert lange: Tage und Wochen, fünfzig bis hundert Stunden. Der meditative Umgang mit dem Handwerk ist für mich aber so wichtig und er tut mir so gut, dass ich mir nicht vorstellen kann, den gleichen Prozess am Computer zu vollziehen und dann stundenlang vor der Kiste zu sitzen.

Die Ausstellung endete mit einem Schluck Wein oder Wasser mit Smalltalk in entspannter Gelassenheit und kann als voller Erfolg bezeichnet werden.

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