Ja, ja, früher, viel früher, war es eben doch ganz anders, besser kaum, aber sicher sehr romantisch, wenigstens aus heutiger Perspektive gesehen. Alle Gaststätten mit dem Attribut „zur Post“ waren Haltestellen, zuerst für die Postkutschen (Hoch auf dem gelben Wagen), später für die Bahn.

Beim „Café zur Post“ Oberkulm war für die Wynentalbahn (WTB) Halt auf Verlangen. Heute ist es die WSB, Wynen- und Suhrentalbahn mit neuem Logo „Aar Bus und Bahn“. Im Zeitraum von 1920 bis ungefähr 1950 wurde das „Café zur Post“ in Oberkulm von der Wirtefamilie Friedrich Kaspar geführt.

Das hat eine Gruppe von 8 Leuten, welche aus jener Familie stammen, dazu bewogen, dem „Pöstli“ und damit Oberkulm am 13. Juli 2013 einen Besuch abzustatten. Unter der Leitung von Frau Ursula Schmidlin kehrten sie zuerst bei Frau Linda Häfeli, der heutigen Wirtin, zu einer Erfrischung ein, denn das Wetter war ihnen sehr wohl gesinnt und der Durst war ganz einfach da.

Ein Spaziergang durch eine der neuen Strassen führte zu den zentralen Schul- und Sportanlagen, wo alle gespannt auf die Ausführungen von Fritz Burkhard warteten, der von Gemeindeammann Edmund Studiger die Aufgabe für den Empfang entgegengenommen hatte.

Weil es verschiedene Kaspar-Linien gab und gibt, sind zur besseren Bestimmung Zunamen, auch Übernahmen genannt, nötig. Die Familie Kaspar, wovon die Rede ist, wurde „sNeguers“ genannt. Die Stammväter nannten sich Friedrich oder Fritz über mehrere Generationen.

Die Besucher erhielten Auskünfte, zum Teil mit Besichtigung, über die Wynenschulanlage, die weiteren Schulhäuser und der Turnhalle, einschliesslich Friedhof und Grundwasserpumpwerk. In rund einer Stunde wurden viele interessante Informationen ausgetauscht. Auf dem Pausenplatz wartete Punkt 12 Uhr ein Fuhrwerk mit bequemer Ausstattung, mit zwei Pferden und einem stattlichen Fuhrmann der die fröhliche Gesellschaft zur gemütlichen Weiterfahrt übernahm....und dann ging es los, über Wiesen, durch Wälder und Auen, der Wagen rollt!

Fritz Burkhard-Cattaneo