Zetzwil

Bundesfeier in Zetzwil

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Bundesfeierredner Philipp Märki'12.jpg

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Gemeindeammann Thomas Brändle begrüsste die grosse Festgemeinde der Bundesfeier im Buholz. Der gesamte Unterstand des Waldwerkhofs und sämtliche Festbänke waren bis auf die Waldstrasse hinaus besetzt.

Dieses Jahr hatten sich erstmals die Landfrauen, zusammen mit dem Vogelschutzverein, für die Durchführung der Festwirtschaft bereit erklärt. Das preisgünstige Familienmenue, Fleischkäse mit grünem und Hörnlisalat, schmeckte offensichtlich allen. Auch die Würste vom Grill fanden guten Absatz.

Alles klappte reibungslos. Offenbar sind die beiden Vereine ein gutes Gespann. Der Gemeinderat hofft nun natürlich, dass sich die beiden Organisationen in den geregelten Bundesfeier-Turnus mit den anderen Dorfvereinen einbinden lassen werden.

Die Musikgesellschaft umrahmte, wie jedes Jahr, auf feierliche Art den Festakt und motivierte die Gemeinde zum Singen des Schweizerpsalms.

Thomas Brändle bedankte sich bei allen, die mit geholfen hatte, wiederum eine gelungen Bundesfeier auf die Beine zu stellen.

Er machte auch gleich Werbung, wie bereits an der letzten Gemeindeversammlung, für das Projekt „Gemeindeleitbild“. Gesucht sind Zetzwiler Einwohner, die anlässlich eines öffentlichen Gemeindeforums an der Entwicklung der Gemeinde mitarbeiten wollen. Der Gemeindeammann sprach speziell jene Bürger an, welche sonst hauptsächlich im Verborgenen wettern. Diese haben nun die Möglichkeit, etwas zu tun und zu bewirken.

Der Höhepunkt der Feier war dann aber die Ansprach des jungen Zetzwiler’s Philipp Märki.

Dieser hatte sich in den letzten Monaten vorbildlich auf seinen Auftritt vorbereitet. Brändle hatte ihn vorgewarnt, dass er in die Nachbargemeinde ennet der Wyna auswandern müsse, falls seine Ansprach in die Hosen gehe.

Der 21-jährige Redner nahm dann die letzten fünf Jahre, seit seinem Schulaustritt zum Thema. Er sei immer ein Minimalist gewesen, sagte er. Seine Lehrer hätten ihm prophezeit, dass er bald weg vom Fenster sei, wenn er seine Einstellung nicht ändere.

Die Unterstützung der Familie und seiner Freunde habe ihm dann sehr geholfen und er habe gelernt, Einsatz zu zeigen und sich nicht zurück zu lehnen. Nach der Lehre habe er eine grossartige Chance in einer guten Firma erhalten.

Die Rekrutenschule erachtet er als wichtige Erfahrung für Jeden. Dort habe er den Umgang mit schwierigen Kameraden gelernt. Er habe seine Leistungsgrenzen gespürt, was wiederum wichtig für sei privates Leben geworden sei. Den inneren Schweinehund zu überwinden, sei eine grosse Herausforderung gewesen und der Zusammenhalt untereinander habe ihm sehr viel gegeben.

Es stimme ihn nachdenklich, wenn er jetzt Jugendliche sehe, die kein Ziel hätten und keine gemeinsamen Unternehmungen kennen. Auch die Kriminalität und das Asylwesen gebe ihm zu denken. Die stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen seien ihm erst aufgefallen, seit er seine Krankenkassenprämien selber bezahlen müsse.

Er fragte nach der Ueberblickbarkeit aller Herausforderungen unseres Landes. Sein Appell an die Zuhörer war, Eigenverantwortlichkeit zu übernehmen. Sein Wunsch, dass der erste August weiterhin ein ganzer arbeitsfreier Tag bleibe und, dass wir alle freie Eidgenossen bleiben können.

Der enorme, langdauernde Applaus nach Märki’s Rede verlangte beinahe nach einer Zugabe. Es war gleichzeitig eine grosse Anerkennung für seinen Mut, sich hin zu stellen und vor beinahe 200 Menschen zu sprechen.

Eine wohltuende Abwechslung im Dschungel der ganzen Strategie- und Politreden landauf, landab!

(eh)

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