Traditionsgemäss bereits am Vorabend des 1. August wurde in Schafisheim bei grossem Besucheraufmarsch, organisiert durch den örtlichen Handharmonikaclub die Bundesfeier abgehalten. Der Festredner, Fritz Thut, Redaktionsleiter beim "Lenzburger-Bezirksanzeiger", beleuchtete, zum Teil kritisch, die Rolle des Journalisten in unserem Staat.

Wiederum hat bei schönstem Wetter der Handharmonikaclub in Schafisheim, traditionell am 31. Juli, die Bundesfeier bestens organisiert. Eine überaus grosse Besucherzahl, rund 200, nahmen teil. Nach einleitendem Spiel begrüsste Gemeindeammann Dölf Egli den Festredner und die grosse Gästeschar.

In launigen Worten leitete Fritz Thut in seiner Ansprache über zur Rolle der "vierten Macht" im Staat, der Rolle der Medienschaffenden. Zum Teil selbstkritisch gegenüber seinem Stand beleuchtete er die schnellen Veränderungen. Auch die kleinen Mängel der Direkten Demokratie mahnte er kritisch an.

Mit Bedauern bemerkte er, dass die klassische Zeitung immer mehr an Wert verliere zu Gunsten der Online-Berichterstattung, welcher Oberflächlichkeit anhafte. Man sage dem "moderner Journalismus", bei welchem alles zugespitzt und personalisiert werde, was aber nicht wissenschaftlich sei.

Aufgabe der Medien sei es aber, den Playern des öffentlichen Lebens auf die Finger zu schauen, insbesondere den Politikerinnen und Politikern, aber auch den Wirtschaftsexponenten; den Letzteren insbesondere, wenn sie zu tief in den "Bonitopf" recken würden.

Kritisch ins Gericht ging er auch mit den Journalisten, welche nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative, den "Brexit" oder die Wahl des zumindest eigenartigen, jetzt amtierenden US-Präsidenten, als Weltuntergang sehen. Kaum etwas sei jedoch passiert und das Leben laufe normal weiter. Er selber bediene sich des Qualitätsjournalismus und darin sei er, wie in vielen andern Dingen auch, wertkonservativ.

Abschliessend redete er nicht gegen Änderungen. Diese seien aber nur einzuführen, wenn es sich um wirkliche Verbesserungen handeln würde. Darum schaue er Abstimmungsvorlagen genau an und klopfe diese nach Nützlichkeiten ab. Vielmals sei es jedoch so, dass nicht sehr viel Nützliches dabei sei, jedoch der Bürger mit grossen Mehrheiten trotzdem ja sage. Bei solchen Resultaten zweifle er dann jeweils an der direkten Demokratie. Diese funktioniere aber insbesondere auf der untersten Staatsebene, den Gemeinden, sehr gut  und mahnte, dass den Gemeindebehörden und Kommissionen Sorge getragen werde. Im Weiteren sei nicht alles Neue besser und zu guter Letzt hätte beim Konsum von Medien etwas mehr Gelassenheit noch nie geschadet.

Nach dem frenetischen Applaus verdankte Gemeindeammann Dölf Egli die Worte des Festredners mit einer "Schofiser-Uhr". Ebenso dankte er auch den Organisatorinnen und Organisatoren der eindrücklichen Bundesfeier.

Adolf Egli