Bequemer als sein ehemaliger Velosattel: Bruno Risi erzählte auf der gemütlichen Rikscha von seinem Sportlerleben als Radrennfahrer.

Zur Einstimmung auf den Etappenstart der Tour de Suisse in Menziken besuchte der ehemalige Radrennfahrer Bruno Risi die Residenz Falkenstein. In der Cafeteria hatten sich viele Radsportbegeisterte, Gäste der Tagesstätte Villa Herzog sowie Bewohner versammelt. Sylvia Furrer, welche für die musikalische Umrahmung sorgte, eröffnete den Anlass mit ihren Akkordeonklängen. Beim Lied „Mer send met em Velo da“ sangen alle lautstark mit. Der bodenständige, weltoffene Bruno Risi wurde mit grossem Willkommensapplaus begrüsst und setzte sich mit einem Schmunzeln im Gesicht auf die bereitgestellte Rikscha (sein Velosattel war jeweils nicht so bequem…). Rosmarie Gisler, welche diesen Anlass organisiert hatte, teilte mit, dass sie dank der Vermittlung des „Velo und Sportshop Steiger in Menziken“ Bruno Risi für diesen Besuch gewinnen konnte. Und schliesslich gäbe es auch noch eine namentliche Verbindung mit Menziken, da sich dort die Risistrasse befindet (was, wie er sagte, leider keinen Zusammenhang mit ihm habe). Auf die vielen Fragen von Rosmarie Gisler hatte der sympathische ehemalige Radrennfahrer stets eine Antwort bereit. Wie ist er überhaupt zum Velofahren gekommen? Er erzählte, dass er bis zum 11. Altersjahr Hockey gespielt habe. Mit 12 Jahren kaufte er sich mit seinem ersparten Geld und dem Zustupf von Eltern und Gotte sein erstes Velo. Sein Trainer verstand es, ihn durch das spielerische Training zu motivieren und zu begeistern. Es folgten seine ersten Erfolge. Obwohl er die Unterrichtsstunden im Gymnasium für sein Training im Kader der Schweizer Junioren ab und zu geschwänzt hatte, machte er seinen Matura-Abschluss mit 20 Jahren. Es folgte seine Zeit als Radrennfahrer. Zu 50 % konnte er im Hotel seiner Eltern arbeiten und zu 50 % trainierte er. Erste Erfolge als Elite-Amateur trafen ein. Seine Strassenkarriere war eher kurz, da er ein „schlechter“ Bergfahrer gewesen sei. Die Leidenschaft von Bruno Risi war die Fahrt auf der Bahn, umso mehr er immer schon ein Nachtmensch gewesen sei. 1991 wurde er erstmals Weltmeister im Punktefahren. Als Profi folgten unzählige Erfolge, Weltmeistertitel und Silber an der Olympiade in Athen. Im Team mit seinem guten Freund Kurt Betschart hat er insgesamt 37 Sechstagerennen gewonnen. Trotzdem gab es für ihn nicht nur den Sport. Er nahm sich immer Zeit für Freunde und Familie. Zum Schluss seiner lebhaften und interessanten Erzählung hielt er fest, dass ein Erfolg nur möglich ist, wenn man diesen aus eigenem Willen möchte. Zudem sei die Unterstützung und der Rückhalt der Familie sehr wichtig.

Der „Alpentornado“, oder wie er auch genannt wird der „Pfeil von Uri“ Bruno Risi, beantwortete die vielen Fragen des Publikums und nahm sich Zeit für Gespräche mit den Gästen.

Der kurzweilige, interessante Nachmittag war eine tolle Einstimmung auf den Etappenstart der Tour de Suisse am 12. Juni und somit auch auf das Dorffest „Mänzike get Vollgas“ vom 9. bis 11. Juni 2017.