Es ist einerseits der «Mittwoch-Kaffee» welcher Senioren und Pensionierte im «Sternen» zusammenbringt. Vor allem aber sind es die spannenden Exkursionen, welche das Team um Erwin Berger regelmässig organisieren. Diesmal war es Hugo Berger, welcher dank seinem Netzwerk, die Teilnehmer in höhere Sphären blicken liess.

Weltraumluft schnuppern war angesagt - in den Hallen Luft- und Raumfahrt des Technologiekonzerns RUAG Holding AG in Emmen. Rund 20 Interessierte Bosmeler lauschten den Ausführungen der zwei «Factory Tour Guide» Betschart und Probst, wie sie sich mittels ihres Namensschildes vorstellten:

Kurz vor der Jahrtausendwende habe die RUAG die Unterhalts- und Produktionsbetriebe der Schweizer Armee vereint und übernommen, erklären die beiden. Dies beinhalte Arbeiten und Entwicklungen als Elektronikunternehmung, im Flugzeugbau und -Wartung, Waffensystemen und Produktion von Munition. Nach einem Film zur allgemeinen Übersicht der RUAG-Tätigkeiten geht’s auf den Rundgang. In einer Halle mit annähernd Reinraum-Bedingungen zeigen die Guides zwei F/A-18. Die beiden Maschinen sind für die 200-Stunden-Kontrolle bis zur Unkenntlichkeit ausgeweidet. Kaum zu glauben, dass alle Drähte, Leitungen Schrauben und Bestandteile wieder ihren Anschluss finden, damit der Flieger wieder abheben und den riesigen Beanspruchungen standhalten wird. Doch die verschiedenen Spezialisten der RUAG beherrschen ihr Metier, erklären die Guides. Darum auch die regelmässigen Aufträge von Airbus, Bombardier, Dornier und den Pilatus-Werken, für verschiedene Flugzeug-Bestandteile. Vor Ort zeigt man Winglets, Flügelteile und Leitwerke in Arbeit für verschiedene Flugzeug-Typen. Aber RUAG steigt in noch höhere Sphären. Seit den 1980er Jahren produziert und liefert sie die obersten 17 Meter für die «Ariane»-Trägerraketen, die Nutzlastverkleidung. Die Verkleidung, aus Karbonfaser-Verbundwerkstoffen, besteht aus zwei Halbschalen die sich im All teilen, um dann die eigentliche Nutzlast, Satelliten für unterschiedliche Einsätze und Anwendungen, freizugeben. Zwischenzeitlich hat Emmen über zweihundert dieser Verkleidungen geliefert. Mit diesem «Teil» habe RUAG eine weltweit führende Stellung als Hersteller von Karbonfaserstrukturen für Trägerraketen, erklärt man den Besuchern. Vier dieser Halbschalen, sind in der riesigen Halle in Arbeit und können von einem Podest, fast in Griffnähe betrachtet werden. Weniger positiv sind Diskussionen und Schlagzeilen, wenn von Waffen- und Munitionsexporten durch die RUAG berichtet wird. Das führte dazu, dass in den Chefetagen eine Entflechtung kritischer, militärischer und ziviler Betriebe thematisiert wird, dies auch aus Gründen der IT-Sicherheit. Heute beschäftigt die RUAG in Emmen rund 1800 Mitarbeitende in verschiedensten Berufen. Darum wird auch die Ausbildung des Berufsnachwuchses in den eigenen Lehrwerkstätten grossgeschrieben. Beeindruckt von der Grösse sowie den eingesetzten Technologien und den optimistischen Zukunftsaussichten welche die Guides vermittelten, wird der Rundgang abgeschlossen. Nicht aber der Seniorenausflug. Dieser findet ein kulinarisches Ende im «Waldibrüggli». Bei dieser Gelegenheit orientiert Erwin Gabriel bereits zum nächsten Senioren-Ausflug: Renergia Perlen, die modernste Kehrrichtverbrennungsanlage der Schweiz. Man darf gespannt sein.