Biofarm wirbt mit frischem Auftritt für seine Bio-Produkte

Die Biofarm-Genossenschaft traf sich zu ihrer 39. GV im Naturama. Mit einem neuen ansprechenden Auftritt will sie die Kundschaft im Biofachhandel auf echte Schweizer Produkte auf sich aufmerksam machen.

Die Biofarm (www.biofarm.ch) gab es schon, als Biobauern noch eine rare Spezies und Bioprodukte noch kaum erhältlich waren. Vor fast vierzig Jahren wurde die Genossenschaft als Selbsthilfeorganisation zur Vermarktung von Bioprodukten gegründet – zu den Gründungsmitgliedern gehörte auch der Kölliker Sämi Vogel. Heute zählt die Genossenschaft etwa 550 Mitglieder: Rund fünfzig Prozent sind in der landwirtschaftlichen Produktion tätig, die andere Hälfte setzt sich aus Sympathisanten und Vertretern des Biofachhandels zusammen.

Inzwischen ist Bio voll im Trend: Die Konsumenten achten auf Lebensmittel, die nach Bio-Richtlinien produziert werden, schmackhaft und erst noch gesünder sind, als konventionell angebaute. Doch während die Grossverteiler von zweistelligen Zuwachszahlen beim Absatz von Bio-Produkten berichten, kam die Biofarm in den vergangenen Jahren kaum vom Fleck, obwohl selbst Bundesrätin Simonetta Sommaruga zu den Genossenschafterinnen gehört. Eines der strategischen Zielen der Vertriebsgenossenschaft ist es, die Produkte der Bauern als Schweizer Bioprodukte bis zum Konsument und zur Konsumentin zu bringen, Deshalb wurde die Drehscheibe zwischen Produzenten und Fachhandel in den letzten beiden Jahren von Grund auf erneuert und in eine verbesserte Infrastruktur investiert. Einen Relaunch erfuhr auch der Auftritt gegen aussen – besonders fallen die ansprechenden modernen Verpackungen und die neuen Produkte auf. Dass dafür die finanziellen Reserven aufgebraucht wurden, war eingeplant.

Eine Umfrage bei den Bio-Partnern – Reformhäuser, Bio- und Spezialitätenläden – hat Anfang Jahr ergeben, dass der Relaunch positiv wahrgenommen wird. Dank guter Disziplin und zusätzlichen Sparmassnahmen konnte das Budget 2010 unterschritten und bei einem Umsatz von etwas über 10 Mio. Franken ein Reingewinn von 19'000 Franken ausgewiesen werden. Diese Anstrengungen wurden von den Stimmberechtigten an der GV belohnt, indem sie der Jahresrechnung Décharge erteilten. Zudem wurde beschlossen, auf die Verzinsung der Anteilscheine zu verzichten. Die bisherigen Verwaltungsmitglieder Brigit Brunner, Susanne Büsser, Christoph Meili und Res Burri wurden einstimmig wiedergewählt. Mit Akklamation wurde auch der Vorsitzende Hansjörg Schneebli in seinem Amt bestätigt. Als Nachfolgerin für den zurücktretenden Hans Beugger bestimmte die Versammlung Marie-Claire Pellerin, Winterthur. Ein spannendes Thema schnitt Jürg Schenkel, Leiter Marketing und Kommunikation Bio Suisse an. Sein Referat drehte sich um die Förderung des Bio Suisse Knospe-Labels im Biofachhandel und die Frage, welche Rolle die Biofarm Genossenschaft dabei übernehmen könne. Gemäss Aussagen des Marketingfachmanns beträgt der Anteil an „Lohas“, das sind verantwortungsvolle Geniesser, die auf hochwertige Produkte setzen, schon heute etwa 20 Prozent – Tendenz steigend. Ob die Vorschläge, wie die Biofarm künftig ebenfalls wieder auf der Gewinnerseite stehen könnte, auf fruchtbaren Boden gefallen ist, wird sich bei der nächsten Jahresrechnung zeigen.

Legende: Mit gefälligen Verpackungen und neuen geschmackvollen Produkten will die Biofarm die Kundschaft im Biofachhandel ansprechen.

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