Obwohl noch keine Besucher da sind, ist der helle reformierte Kirchenraum an diesem Sonntag schon gefüllt. Farbenfroh stehen mehrere grosse Bilder an der Wand. Wo kommen sie her? Wer hat sie gemalt?

Sie sind in den letzten 12 Jahren in Hunzenschwil entstanden, jedes Jahr eins. Die biblischen Szenen entwarfen und malten junge Menschen aus Hunzenschwil.

Am Gemeindefest gab Rudolf Kyburz, Mallehrer und –therapeut aus Erlinsbach, in einem kurzen Gespräch Auskunft über den Entstehungsprozess. Im Rahmen des Konfirmandenunterrichts hat er jedes Jahr ein Bild gemalt. Nein, nicht er malte sie, sondern die Jugendlichen, betont er. Aber er hat sie animiert und handwerklich unterstützt. Pfarrer Uwe Bauer sucht jeweils den Bibeltext aus, dieses Frühjahr war es z. B. die Erzählung vom dankbaren Samaritaner (Lk 17,11-19). «Der Anfang ist anstrengend, denn es muss aus einem Text ein inneres Bild entstehen.» Der Bibeltext wird wiederholt gelesen und erst danach skizzieren die Jugendlichen das, was ihnen wichtig erscheint. «Es reichen auch Strichmännli», sagt Rudolf Kyburz. Mit den vielen Ideen geht er ins Atelier und erarbeitet verschiedene Vorschläge. Beim nächsten Mal werden sie weiterentwickelt. Die Jugendlichen entscheiden, welche Szene «ins Bild gesetzt» werden soll und wie. Erst dann stehen sie, vielleicht etwas erschrocken, vor der grossen, leeren Leinwand. Wie weiter? Wo soll das Tor sein, der See und das Ufer? Wie wird es ein Netz und nicht nur ein Gitter? Herr Kyburz hilft mit ein, zwei Linien, mit der Perspektive, der Komposition. Dann wird gezeichnet und gemalt. Ist das Bild fertig, wird es von den Jugendlichen in einem Gottesdienst vorgestellt.

Gibt es ein Lieblingsbild? «Das mit den Dämonen des Bessesenen von Gerasa», sagt Pfarrer Bauer. «Es wurde dabei so viel gelacht!»

Die Bilder wurden zugunsten des Vereins Kinderhilfe Peru verkauft – wegen ihrer Grösse allerdings mit mässigem Erflog. Elfriede Junghans