Vor zwei Jahren durften wir den Kirchengemeinderat der Brugger-Partnergemeinde, Rottweil, zu einem Besuch bei uns willkommen heissen.

Gerne haben wir nun die Einladung des Kirchengemeinderates Rottweil zu einem Gegenbesuch, dies am 21./22. September, angenommen. Rottweil feiert dieses Jahr die 100 Jahre-Städtepartnerschaft mit Brugg. Zudem erinnert sich die Stadt an das „Schweiz-Sein“ als zugegewandter Ort im Bündnis mit der Alten Eidgenossenschaft, dies vor 550 Jahren.

Bürgermeister Werner Guhl begrüsste unsere Kirchenpflege im Rathaus Rottweil und erläuterte die sich über Jahrhunderte nachzeichnen lassenden Verbindungen von Rottweil zu Windisch/Brugg, dies ausgehend von den Standorten der XI. Römischen Legion. Zunächst in Vindonissa stationiert, verlegte man sie 79-81 J. n. Chr. in das römische Rottweil (Arae Flaviae). Im zweiten Jahrtausend waren Rottweil und Brugg stark über die Habsburg-Dynastie vernetzt. Rottweil wurde anfangs des 13. Jahrhunderts freie Reichsstadt. Wie oben hervorgehoben, wurde Rottweil im Jahre 1463 als zugewandter Ort – damals vertraglich unter „Enger Zugewandte“ dokumentiert - ins Bündnis der Eidgenossenschaft aufgenommen.

lichen Erörterungen von Bürgermeister Guhl als eine der Quintessenzen auf den Punkt: „Wir haben von Ihnen, Herr Bürgermeister, auch erfahren, dass die Rottweiler – hätten sie in der Zeit der Reformation und den damit einhergehenden politischen Wirren der neuen Glaubensrichtung Folge geleistet - heute immer noch zu uns Schweizern zählten!“. Jürg Meier, humorvoll: „Haben die Rottweiler damals die richtige Wahl getroffen? Die Rottweiler haben dem katholischen Glauben die Treue gehalten und müssen dieses Faktum folgerichtig als Beweggrund anerkennen, heute Bürgerinnen und Bürger von Deutschland zu sein.

Im Zentrum der Erlebnisse des uns vom Kirchengemeinderat Rottweil gebotenen attraktiven Rahmenprogramms stand - nebst einer aufschlussreichen Stadtbesichtigung mit etlichen Trouvaillen - eine Exkursion auf die geschichtsträchtige Burg Hohenzollern. Deren früheste urkundliche Erwähnung findet man aus dem Jahre 1267. Über zwei das heutige Europa mitprägende Dynastien hinweg – erlangten die Burganlagen später einen gesellschaftlich akzentuierten Status von Adelshäusern, welche die Anlagen gegenüber der Öffentlichkeit – bis hin zu international ausgerichteten Konferenzen – offen halten.

Der gemeinsame Sonntagsgottesdienst im Münster Heilig Kreuz – mit spezieller Begrüssung unserer Kirchenpflege – verdeutlichte den Sinngehalt zwischenmenschlicher und institutio-

neller Beziehungen in besonderer Art. Die Begegnungen während unserer zwei Besuchstage in Rottweil, insbesondere die Gespräche mit den Mitgliedern des Kirchengemeinderates Rottweil, auch mit den Vorsitzenden Dekan Martin Stöffelmeier und Bernd Garten, waren vielseitig und oft tiefgründig. Sie boten nicht nur gesellschaftliche Unterhaltung sondern zeigten im Sinne des zum Erzielen von Fortschritt notwendigen „Vergleichs unter den Systemen“, funktions- und ressortbezogen, wertvolle Erkenntnisse.

Wilhelm Knecht