CRC: Die Berufsschule Aarau (bsa) ermöglichte mit ihrer Veranstaltung «Kulturfenster_08» einen Blick in die spannende Filmwelt. Janis Lionel Huber aus Basel referierte über seine vielseitigen Tätigkeiten.

Beim Kulturfenster_08 vom Donnerstag, 11. April 2019, sprach der 26-jährige Geisteswissenschaftsstudent, Medienkünstler und Kurator Janis Lionel Huber über seine Arbeit in der Film- und Kulturszene, in der er seit längerer Zeit tätig ist. Er arbeitete bereits an verschiedenen renommierten Projekten mit, wie z.B. am Schweizer Kurzfilm «La femme et le TGV» aus dem Jahr 2016.

Schritt für Schritt weiter

Der junge Filmschaffende erzählte von seinem Werdegang: «Nach einer Musikmatur folgten weitere Ausbildungen und Tätigkeiten. Einzelne Stationen waren absehbar und liessen sich kalkulieren, andere entwickelten sich intuitiv aus Situationen und Projekten heraus. Besonders wichtig war es, Situationen zu erkennen, in denen ich mich als Teil von Projekten oder (Co-)Projektinitiant weiterentwickeln konnte oder von jemandem aus der Branche eine Chance erhalten habe, mein Können unter Beweis zu stellen.» So wurde er für «La femme et le TGV» mit den Arbeiten des DIT (Digital Imaging Technician) und als Schnittassistent betraut: «Das war eine nervenaufreibende und komplexe Aufgabe», blickt Janis Lionel Huber zurück. Nach dem Hauptdreh filmte er auf seiner Kamera die fehlenden B-Roll-Bilder, vor allem Details sowie fehlende und zusätzliche Detail- und Personenaufnahmen, die für den Schnitt notwendig waren.

Ist der Film fertig produziert, folgt die entscheidende Phase der Vermarktung. Wichtig ist, dass das Werk an einem grossen Filmfestival präsentiert werden kann. Bei «La femme et le TGV» standen alle Signale auf Grün: Filmfestival Locarno, Gewinn des Schweizer Filmpreises 2017 als bester Kurzfilm (30 Minuten) sowie die Nomination für den Oscar.

Verschiedene Aufgaben und Funktionen

Heute ist Janis Lionel Huber bei den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur als Kurator aktiv, leitet den Basler Filmverein KinoKonkav, moderiert an zahlreichen Filmanlässen und -festivals und realisiert eigene Filmprojekte: «Das Eintauchen in die Kunstwelt läuft nie linear ab. Es geht darum, an den wichtigen Schnittstellen präsent zu sein und verschiedene Aufgaben zu übernehmen. Dazu zählen ‘schöne’ Sachen, aber auch Knochenarbeit ist notwendig.»

Zum Schluss gab er den Zuhörern eine Empfehlung mit auf den Weg: «Entscheidend für mich war und ist eine interdisziplinäre Herangehensweise. Es ist wichtig, auf verschiedene Karten zu setzen und vieles auszuprobieren.»