Die Beratungsstelle Sela lud an ihrem diesjährigen Tag der offenen Tür ein, sich miteinander über Irrungen, Krisen und Chancen, über Vergangenes, und Zukünftiges im Leben auszutauschen und formulierte die Frage:

Das Leben - ein Irrgarten? Oder wie kommt der Mensch, geboren in diese oft undurchschaubare Welt zurecht mit seinem Leben mit allen Herausforderungen, mit Glück und Leid, Schmerz und Trauer, wie mit Erfolg und Krisen? Theddy Probst begrüsste die Anwesenden  mit dieser Frage und entliess die zahlreichen Besucher und Besucherinnen in verschiedene Workshops, die sich in jeweils 20 Minuten dem Thema auf ganz unterschiedliche Weise anzunähern versuchten.

Im Workshop Enneagramm stellte Verena  Müller den Teilnehmenden die neun Persönlichkeiten vor: vom Perfektionisten, Helfer, Macher, Romantiker, Beobachter, dem Loyalen, dem Vielseitigen und Boss bis hin zum Friedliebenden. Eine Einordnung in die verschiedenen Typen kann uns helfen,  Probleme im Umgang mit der verwirrenden Dynamik zwischenmenschlichen Verhaltens besser zu verstehen. Wir finden mittels Kenntnis der  verschiedenen Persönlichkeits-Typen heraus aus dem Irrgarten der Beziehungs- und Kommunikationsstörungen. Wir erkennen, warum sich Menschen um uns herum gerade so und nicht anders verhalten und sehen uns selbst und den Nächsten mit anderen, barmherzigen Augen.

Hans Ruedi Hauser erläuterte aufgrund seiner eigenen Erfahrungen mit einem Burnout, wie das Eintauchen in die eigene Familien-geschichte helfen kann, Probleme im Hier und Jetzt zu lösen. Unter dem Motto Stehen, verstehen und vorwärts gehen, stellte er in seinem Workshop Familienstellen auf eine christliche Basis und  erläuterte, wie sich die Verhaltensmuster, die sich über Generationen hinweg im Familiensystem gebildet haben, in  unseren Alltags-Beziehungen widerspiegelt. Die Anwesenden erfuhren in einem kurzen Rollenspiel, was es mit der Rolle des Stellvertreters im Familienstellen auf sich hat und wie Erkenntnisse aus einer solchen Aufstellung eine positive Neuorientierung möglich werden lassen.

Anstehen, orientieren, entdecken lautete der Titel des dritten Workshops unter der Leitung von Verena Rolli. Sie stellte das Modell des Kommunikations-Psychologen Friedmann Schulz von Thun vor und erläuterte graphisch, was es mit der Metapher des inneren Teams auf sich hat. Zeichnend stellte sie dar, wie bei ungeklärten Konflikten mithilfe des inneren Teams eine lösungsorientierte Entscheidung  getroffen werden kann, die sich nicht nur positiv und segensreich auf die Vergangenheit und Gegenwart auswirkt, sondern auch auf die Zukunft ausstrahlt.

Alexander Haus legte unter dem Titel Acht geben und die Seele pflegen dar, wie wichtig Vertrauen und Achtsamkeit im Umgang mit der eigenen Seele ist. Unter dem Arbeitstitel „Ich trage Sorge zu mir und versorge meine Seele mit Gutem“ ermutigte er die Zuhörenden, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören und sich als wert-voll, d.h. voller Werte zu erkennen. „Ich darf  mich von Gottes Gnade beschenken lassen und lerne mich zu entspannen“. Mit dem Beispiel der Wüstenväter legte er dar, wie wichtig es ist aus dem  getriebenen Zustand des Alltags in einen Ruhemodus zu finden, der mich zu mir und Gott führt.

Wird das Leben als Irrgarten betrachtet, ist jeder Fehler ein Umweg und vergeudete Zeit. Ist das Leben ein Gehen durch das Labyrinth im Zeichen des Kreuzes, dann ist ein Fehler Teil des Weges und ein unerlässlicher Lehrmeister erläuterte Susanne Ziegler. Sie lud in einer Präsentation dazu ein, sich mit Jesu Worten dem Weg des Labyrinths anzuvertrauen,  einem Weg, der zum Leben führt, Grenzen von Zeit und Raum überwindet und hilft, unsere Vergangenheit zu erlösen,  unsere Gegenwart zu heilen und unsere Zukunft zu segnen.