Rund 100 Personen nahmen am Begegnungs-Parcours in Baden teil. Bei der Aktion anlässlich des diesjährigen Flüchtlingstags diskutierten Flüchtlinge und Einheimische über ihren Traumort, ihre Heimat und ihre Kindheit.

Beim ersten Posten auf dem Theaterplatz erhalten die Teilnehmenden von den Betreuern des Jugendrotkreuz (JRK) Aargau eine Polaroid-Kamera. „Fotografiere etwas, dass dich an deinen Traumort erinnert“, lautet die Aufgabe. Ein unbegleiteter, minderjähriger Asylsuchender aus Afghanistan fotografiert den Spitz der katholischen Kirche. Ein Badener Mitte vierzig lichtet einen Bistro-Tisch ab.

Mit Händen, Füssen und viel Fantasie

Trotz gelegentlichem Nieselregen haben sich am Sonntagnachmittag 25 Personen für den ersten Durchlauf des Parcours eingefunden. Etwa die Hälfte sind Schweizer, ein paar Ur-Badener aber auch welche, die selbst Migrationshintergrund haben und sich gut in die Teilnehmenden aus Afghanistan, Syrien und Eritrea einfühlen können.

Nachdem alle ihr Foto geschossen haben, wird die Sujet-Wahl diskutiert. „Wenn ich unruhig bin und mich besinnen möchte, gehe ich in die Kirche“, erzählt der junge Afghane in gutem Deutsch. „Der Bistro-Tisch erinnert mich an meine tolle Zeit in Paris“, erklärt der Badener. Nicht alle der Flüchtlinge sprechen fliessend Deutsch, aber mit Händen und Füssen und etwas Fantasie und Humor auf Seite der Einheimischen ergibt sich ein lebhaftes Gespräch. Ähnlich läuft es beim zweiten Posten auf dem Schlossbergplatz, wo die Teilnehmenden eine typische Person aus ihrer Heimat zeichnen und auch bei der dritten Aufgabe beim Casinopark, wo Szenen aus der Kindheit nachgespielt werden.

„Das ist genau das, was wir mit dem Parcours erreichen wollten“, freut sich Marius Schibli. Er und seine Kollegin Leonie Meyer haben den Begegnungs-Parcours zusammen mit dem JRK Aargau organisiert. „Der Parcours ist Teil unserer Maturaarbeit, mit der wir die Leute dazu bringen wollen offener aufeinander zuzugehen“, erläutert Meyer. „Ich denke wir haben unser Ziel erreicht.“