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Bausteine Prävention

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Christoph Meier und Sabina Eglin, Suchtprävention Aargau

Bausteine Prävention

Christoph Meier und Sabina Eglin, Suchtprävention Aargau

Präppen mit Rat und Tat

Die Suchtprävention Aargau bietet Lehrpersonen die Möglichkeit, Unterrichtseinheiten direkt in der hauseigenen Mediothek vorzubereiten. „Bausteine Prävention“ heisst dieser Service zu dem ein Input durch eine Fachperson, die Einführung in die Mediothek, sowie die Verpflegung gehört. Am 11. November nahm ein Kollegium aus Brugg dieses Angebot während eines ganzen Tages in Anspruch und bekam so einiges geboten.

Verfügen Sie, liebe Leserinnen und Leser, über Empathie? Wie steht es um ihre Selbstwahrnehmung? Und beherrschen Sie das kritische, sowie kreative Denken? Diese Lebenskompetenzen (nach WHO) befähigen uns, mit Mitmenschen, Problemen und stressigen Situationen umzugehen. Nur wird der Mensch nicht lebenskompetent geboren: Lebenskompetenzen müssen entwickelt werden. Es ist ein erklärtes Ziel von Schulen, Schüler auf allen Stufen in diesem Prozess zu unterstützen. Ein hoher Anspruch – findet auch die Suchtprävention Aargau, welche Lehrpersonen deshalb die Möglichkeit bietet, ihren Unterricht zu solch anspruchsvollen Themen mit fachmännischer Unterstützung vorzubereiten. Gut entwicklte Lebenskompetenzen sind wichtige Schutzfaktoren in Zusammenhang mit Suchtentwicklungen.

„Präpen mit Rat und Tat“, nennt Christoph Meier diese Dienstleistung. Meier ist Mediothekar bei der Suchtprävention Aargau und stellte den Lehrpersonen aus Brugg eine Auswahl an Lehrmitteln vor, welche die Themen „Gefühle“, „Selbstwahrnehmung“ und „Kommunikation“ ins Zentrum stellen. Damit leistete er eine Vorarbeit, die es den Lehrpersonen ermöglichte, direkt in die Vorbereitung von Lektionen einzusteigen. Den theoretischen Unterbau lieferte Sabina Eglin, Fachfrau Suchtprävention. Sie hielt ein Referat und stellte die zehn von der WHO definierten Lebenskompetenzen vor: Selbstwahrnehmung („die Basis aller Lebenskompetenzen“), Empathie, Stressbewältigung, Gefühlsbewältigung, Kommunikationsfertigkeit, kritisches und kreatives Denken, Entscheidungsfähigkeit, Problemlösefertigkeit und Beziehungsfähigkeit.

Die Schule Brugg hat es sich zum Ziel gemacht, ihre Schüler auf dem Weg zu „rücksichtsvollen und hilfsbereiten“ Persönlichkeiten zu begleiten. Damit Schüler diese Tugenden aufweisen können, bräuchten sie bereits ein grosses Spektrum an Lebenskompetenzen, sagte Eglin. Und diese hängen zusammen: So helfe die beste Selbstwahrnehmung wenig, wenn Kinder dann nicht in der Lage seien, ihre Wahrnehmungen auch zu kommunizieren. „Lebenskompetenzen können geschult werden, indem man Hinweise macht“, erklärte Eglin und forderte dazu auf, Kinder immer wieder zu animieren, auf sich zu hören und sich entsprechend mitzuteilen. Damit ist es jedoch nicht getan: Es reiche nicht aus, wenn nur einzelne Lehrpersonen das Thema der Lebenskompetenzen angehen. „Eine Schule ist mehr als eine Lehrperson und ihre Klasse. Sie ist ein Gebilde, in dem man zusammen arbeitet“, sagte Eglin. Zur Verdeutlichung führte sie fünf Handlungsbereiche von Schulen ein: Neben der grundlegenden Organisation und Infrastruktur einer Schule, hätten auch die Art der Beziehungsgestaltung, die Unterrichtsgestaltung und der Inhalt einzelner Lernanlässe Einfluss auf die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen. Will eine Schule also Lebenskompetenzen vermitteln, müssen diese auf allen Ebenen vorgelebt werden.

„Lebenskompetenzen betreffen ja nicht nur die Kinder. Wir alle arbeiten andauernd mit und an ihnen“, sagte Eglin vor dem gemeinsamen Mittagessen und ergänzte, dass Menschen Lebenskompetenzen brauchen, um auf psychischer und sozialer Ebene gesund zu bleiben. Und dies scheint doch ein erstrebenswertes Ziel zu sein – für alle Beteiligten.

Details zum Angebot finden Sie über folgenden Link: www.suchtpraevention-aargau.ch

Sarah Maria Lohr, Suchtprävention Aargau

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