Das Chinderhuus Rägeboge hat als erste von 11 Kitas im Kanton Aargau  im Bezirk Lenzburg das Label „fourchette verte“ erhalten.

„Fourchette verte“ ist ein Projekt des Kantons Aargau und steht für eine gesunde und ausgewogene Ernährung in Kitas. Das Label gibt Kriterien vor, die erfüllt werden müssen. Von einer Ernährungsberaterin wurde das Trink- und Essangebot im Chinderhuus Rägeboge analysiert. Es bedurfte nur einer kleinen Anpassung, um den Ansprüchen gerecht zu werden. Das ganze Betreuungsteam, aber insbesondere die Köchin, wurden im Rahmen des Projekts von der Ernährungsberaterin informiert.

Am 2. Juni 2012 wurde das Label in einer feierlichen Übergabe überreicht. Die Qualität wird jedes Jahr überprüft und steht für eine kindgerechte Ernährung im Chinderhuus Rägeboge.

Aber nicht nur eine gesunde Ernährung zeichnet eine qualitativ gute Kita aus. Das Chinderhuus Rägeboge hat sich zum Leitsatz gemacht, eine moderne und innovative Kinderkrippe zu sein, die sich durch ein pädagogisch anspruchsvolles Spiel- und Lernangebote für Kleinkinder und Schüler auszeichnet und in der Gemeinde als wichtige familienfördernde Institution anerkannt ist.

Das Krippenleiterinnen-Team, Beatrix Baumgartner und Gabriela Eberhart setzen auf bedürfnisorientierte Kinderbetreuung. Dies bedeutet, dass das Kind nebst den täglichen fixen Abläufen und Ritualen selber mitbestimmen kann, was es spielen möchte. Es gibt z.B. den Erfahrung- und Erforschungsbereich, die Bastelecke, den Bereich für laute und wilde Spiel-und Rückzugsmöglichkeiten zum Kuscheln oder Büchlein anschauen.

Um auch den Bedürfnissen der grösseren Kinder gerecht zu werden, wurde im Jahr 2011 eine neue Gruppe für Schüler und Kindergartenkinder gegründet. Die Kindergartenkinder wechseln im Laufe des Kindergartens auf diese Gruppe, welche gleichzeitig auch den Mittagstisch betreut und bleiben dort bis zu ihrem Austritt.

Jede der Gruppen wird durch eine ausgebildete Fachfrau geleitet. Als Ausbildungsbetrieb von bis zu 3 Lernenden nimmt das Chinderhuus Rägeboge auch seine Verantwortung in der Nachwuchsförderung war.

Ein ausreichendes Angebot an qualitativ guten und bezahlbaren Kinderkrippen ist nötig, um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können. Dass sich ein soziales Engagement von Gemeinden und Kanton auf jeden Fall rechnet, ist durch mehrere Studien bewiesen.

Trotzdem hat es der Grosse Rat des Kantons Aargau im Januar dieses Jahres geschafft, ein Gesetz über kantonal einheitliche Qualitätsstandards und Finanzierungsverpflichtungen zu kippen, bevor es überhaupt vors Volk kam. Das Chinderhuus Rägeboge in Niederlenz hat - wie viele andere Kinderkrippen im Kanton Aargau auch - auf dieses Gesetz gehofft.

Qualität hat ihren Preis. Der Vorstand des Krippenvereins bemüht sich seit Jahren um Mehreinnahmen, um die sozialen Tarife beibehalten zu können. Mit der Ablehnung des kantonalen Gesetztes ist die Finanzierungsfrage ins Zentrum gerückt. Ohne zusätzliche Finanzierung müssen die Tarife erhöht und die soziale Abstufung abgeschwächt werden.

Die Gespräche mit dem Gemeinderat Niederlenz um eine Subjektfinanzierung, welche vor über 3 Jahren ihren Anfang genommen haben und aufgrund der kantonalen Aktivitäten auf Eis gelegt wurden, wurden 2012 wieder aufgenommen.

Subjektfinanzierung bedeutet, dass nicht eine einzelne Krippe im Giesskannenprinzip Geld bekommt, sondern dass direkt die Eltern, welche Ihre Kinder in einer Kinderkrippe betreuen lassen von der Gemeinde finanziell unterstützt werden. Niederlenz zeigt, wie fortschrittlich und familienfreundlich es ist. Das vom Gemeinderat lancierte Anliegen, das heutige Unterstützungsmodell in eine Subjektfinanzierung umzuwandeln, kommt an der nächsten Gemeindeversammlung zur Abstimmung. Eltern, Betreuerinnen und Vorstand hoffen, dass das positive Zeichen des Gemeinderats auch vom Volk unterstützt wird.