Eine grosse Schar von siebzig Frauen machte es sich in den beiden Autocars von Willi Gloor bequem .Es war bitterkalt draussen, und kurz vor der Abfahrt hatte es noch grosse Flocken geschneit. Aber das Wetter meinte es gut mit uns, denn schon bald klärte sich der Himmel auf, und wir alle genossen die Fahrt über Land Richtung Ostschweiz. Wir fuhren über Bülach, Pfungen, Eschlikon Richtung Schlatt unserem Ziel entgegen. Die Fahrt ging durch schmucke Dörfer mit wunderschönen Riegelbauten und durch weite Felder, die noch braun, an den geschmolzenen Schnee erinnerten.
Da, nach knapp zwei Stunden, kam er schon in Sicht, der wunderschön gelegene Kundelfingerhof, ein grosses Gehöft, das Landwirtschaft und Fischzucht betreibt. Die Zufahrt ist eine wunderschöne Birkenallee, die den Blick auf die vielen Fischbecken freigibt.
Im Saal, der aus dem alten Stall gebaut wurde, wärmte uns ein Schwedenofen mit einem gemütlichen Feuer. Wie könnte es anders sein, als dass die meisten das Fischmenü assen, das aus einem schmackhaften Forellenfilet und Fischknusperli bestand, begleitet von Salat und Salzkartoffeln, passend als Dessert eine Süssmostcrème.
Herr Spiess, also der Chef höchstpersönlich, führte uns anschliessend auf einem Rundgang an den Becken vorbei, die alle von einer Quelle gespiesen werden, die auf die Eiszeit zurückgeht. Er erzählte uns, wie der Laich abgestreift wird, dass es doch zwei bis drei Jahre dauert, bis aus den Eiern ein Fisch gewachsen ist, den wir dann als Forelle in der Pfanne braten dürfen. Neuerdings züchtet Herr Spiess auch Karpfen, er ist der einzige in der Schweiz und der Grund ist im Wasser zu suchen. Karpfen benötigen weniger Sauerstoff im Wasser als Forellen. Weiter züchtet man neuerdings auch Schleien, Hechte, Welse, Störe und Zander.
Es würde sich lohnen, den Hof mal im Sommer zu besuchen, denn man kann fischen, baden, den Naturpark geniessen, auf dem Kinderspielplatz toben und natürlich schlemmen im herzigen Gartenbeizli
Nachdem einige von uns sich mit Bauernbrot, Wurst, geräucherten oder frischen Forellen eingedeckt hatten, stiegen wir wieder ein und liessen uns auf einer wunderschönen Route nach Leuggern chauffieren.
Wir fuhren über Schaffhausen, mit seinem berühmten Munot, dem Rhein entlang, bestaunten die Wassermengen in Koblenz, wo die Aare in den Rhein fliesst und hielten dann in Leuggern für einen Kaffeehalt in der schönen, neu gebauten Sonne an. Überall in der geschmackvoll eingerichteten Wirtsstube hörte man rege Unterhaltungen, lachen und sah fröhliche Gesichter. Alle fühlten sich wohl und freuten sich über den guten Kaffee oder Tee und die feinen Backwaren aus der hauseigenen Bäckerei.
Durch eine wunderschöne Abendstimmung mit orange gefärbtem wolkenlosem Himmel fuhren wir in die Dämmerung hinein Oberentfelden entgegen. Wir bestaunten die Jurahöhen, Schloss Böttstein, Schinznach-Dorf, Schloss Wildenstein, kurz darauf kam die Brücke über die Aare und über Suhr führten uns die beiden guten Chauffeure Willi und Urs wohlbehalten nach Hause.
Geblieben von diesem erlebnisreichen Tag sind viele Eindrücke, die uns noch lange präsent bleiben werden.