Wie aus Strom Gas, bzw. "Power-to-Gas" wird und warum wir das in Zukunft zur Erreichung der Energiestrategie 2050 des Bundes dringend benötigen, stand am letzten Energie-Apéro in Baden im Fokus. Die beiden Referenten Markus Friedl und Thomas Peyer zeigten den über 200 anwesenden Gästen im Konnex-Gebäude von General Electric den Stand der Technik auf und gingen auf Chancen und Risiken, Fallbeispiele sowie künftige Entwicklungen ein.

Wie immer durfte Martin Sennhauser, Leiter Energiefachstelle Baden, seine einleitenden Worte zum spannenden und wenig bekannten Thema Power-to-Gas, vor vollem Saal machen. Die Energiespeicherung sei ein wichtiger Teil auf dem Weg zur Erreichung der Energiestrategie 2050 des Bundes - und deshalb Power-to-Gas eine Notwendigkeit.

Worum es sich bei Power-to-Gas handelt und die verschiedenen Arten, die es gibt, beschrieb der erste Referent Markus Friedl. Leiter des Instituts für Energietechnik an der Hochschule in Rapperswil. Bei Power-to-Gas wird mittels Elektrolyse aus erneuerbarem Strom ein Gas hergestellt. Dieses Gas kann entweder direkt verwendet werden, beispielsweise für die Mobilität, wie es in einem Postauto-Pilotprojekt in Brugg geschah, oder es wird als Speicherenergie genutzt. Gemäss Friedl liegt der Wirkungsgrad von Strom zu Gas bei 50%. Die Vorteile von Power-to-Gas, so Friedl, man nutzt die bestehende Infrastruktur, hat eine langfristige Speicherenergie, die für eine nachhaltige Energieversorgung und Mobilität sorgt.

Power-to-Gas – Zukunftspotential

Thomas Peyer, Leiter Energiedienstleistungen Swisspower AG, erklärte die Bedeutung von Power-to-Gas als Bindeglied der verschiedenen Sektoren Strom, Wärme und Gas. Mit der Energiestrategie 2050 gehe ein totaler Systemumbau des Stromnetzes einher: künftig sind es die Endverbraucher, die riesige Mengen an Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz einspeisen. Um hier die Netzkapazitäten zu optimieren werden Wärme- und Gasnetz mit dem Stromnetz gekoppelt und Winterstromdefizite mit Power-to-Gas und Wärmekopplungsanlagen ausgeglichen. Ausserdem sei der Raumbedarf für ein Power-to-Gas Speicher rund 10-mal kleiner als der eines Speichersees. Für Peyer ist es das Zusammenspiel von Power-to-Gas, Wasserkraft sowie Photovoltaik, das künftig für die Versorgungssicherheit sorgt, wenn die Schweizer Atomkraftwerke nicht mehr laufen.

Dass beim Energie-Apéro der physische Apéro nicht fehlen darf spricht für sich. Doch geht es hier nicht nur um das leibliche Wohl, sondern auch das Weiterdiskutieren der Ideen und Thesen, die in den Vorträgen angesprochen wurden.

Die Termine für die nächsten Energie-Apéros finden sie unter folgendem Link: www.energieaperos-ag.ch/vorankuendigung