Reitnau

Aus Spiel wurde bitterer Ernst

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Die 3. Sek B spielte das Theaterstück «Die Welle», eine wahre Geschichte Warum hat niemand versucht, den Holocaust zu verhindern? Eine mögliche Antwort wird in der Geschichte «Die Welle» eindrücklich dargestellt. Die 3. Sek B der Kreisschule Oberes Suhrental hat das Theaterstück in Reitnau aufgeführt.

Gleich zu Beginn des Stücks «Die Welle» wird eine Sequenz aus einem Originalfilm aus dem Zweiten Weltkrieg gezeigt. Die Schülerinnen und Schüler der 3. Sek B spielen auf der Bühne eine amerikanische High-School-Klasse. Weil die Klasse behauptet, der Nationalsozialismus wäre heute nicht mehr möglich, entschliesst sich Geschichtslehrer Ben Ross (gespielt von Nicola Lehmann) zu einem Experiment. Er gründet mit seiner Klasse «Die Welle», eine Bewegung, welche sich der Parole «Stärke durch Disziplin, Stärke durch Gemeinschaft» verpflichtet.

Freiheit gegen Gemeinschaft
Was als Spiel begann, wurde bald zu bitterem Ernst: «Die Welle» bekommt immer mehr Mitglieder und diskriminiert und verfolgt Andersdenkende. Am Schluss des Stücks stellt Lehrer Ben Ross seiner Gefolgschaft ihren neuen Führer vor - man ahnt es schon -, es ist Adolf Hitler. «Ihr habt eure Freiheit eingetauscht gegen die Gemeinschaft, ihr wärt gute Nazis geworden», sagt Lehrer Ben Ross. Erst da versteht die High-School-Klasse, dass auch sie durch «die Welle» einer gefährlichen Gesinnung erlegen ist.

Die 3. Sek B hat das Stück mit wenigen Mitteln auf der Bühne stark umgesetzt. Anfängliche technische Probleme mit den Mikrofonen und vergessene Texte lockerten das doch eher schwer verdauliche Stück etwas auf und sorgten für Lacher im Publikum. Klassenlehrerin Katharina Wenzler hatte ihrer Klasse vorgeschlagen, das Stück einzustudieren. Vorgängig wurde im Deutschunterricht das Buch gelesen. Die Schülerinnen und Schüler haben bereits vor den Frühlingsferien mit dem Lernen der Texte und dem Proben angefangen.

Viel Text zum Auswendiglernen
«Ich finde es krass, dass sich inner kürzester Zeit eine Gemeinschaft bilden kann, die andere ausschliesst», sagt Alica Schmidlin, welche sich im Stück die Rolle von Laurie Sanders mit Mitschülerin Lea Sägesser teilt. Laurie Sanders wehrt sich in der Geschichte vehement gegen die Gleichschaltung für die Gemeinschaft. «Auch ich bin nicht eine, die immer gleich mitläuft», erklärt Lea Sägesser. «Von dem her konnte ich mich ein bisschen mit der Rolle identifizieren.» Beide Darstellerinnen beklagten sich aber über den vielen Text, den sie auswendig lernen mussten.

Das Proben und die beiden Aufführungen haben der Klasse aber grossen Spass gemacht, was auf der Bühne, aber auch hinter der Bühne, in der Pause und nach der Aufführung zu sehen und zu hören war. «Das Coolste war, dass wir etwas weniger Hausaufgaben hatten und etwas gemeinsam machen konnten», sagt Dave Morgenthaler.

Bild: Gemeinschaft Die Klasse verpflichtete sich der Parole «Stärke durch Disziplin, Stärke durch Gemeinschaft». Nr

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