Ausgerechnet der Jüngste im Wohler Judo-Team sorgte für die Entscheidung. Dem 16-jährigen Samuel Wey gelang in einem hart umkämpften Duell ein sauberer Schulterwurf gegen seinen Kontrahenten vom Judoclub Ruggell. Der Schiedsrichter zögerte keinen Augenblick und gab mit Ippon für diesen Wurf die höchst mögliche Punktewertung. Das bedeutete für den Wohler Judoka den sofortigen Sieg. Mehr noch: Mit dieser wuchtigen Technik sicherte der Youngster seinem Team das Gesamtscore von 6 zu 4 und damit den Sieg gegen die Gegner aus Liechtenstein.
Erste Bausteine für den Erfolg in diesem ersten Mannschaftskampf, den die Wohler Mannschaft am 10. April im Dojo in Aarau austrug, hatten vorher der ältere Bruder von Samuel, Beni Wey (bis 71kg) und Andreas Schmid (plus 90 kg) gelegt. Beni Wey spielte in seiner Gewichtsklasse seine ganze technische Überlegenheit aus und nutzte nach kurzer Zeit eine Gelegenheit, seinen Gegner im Bodenkampf zu besiegen. Mit einer raffiniert angesetzten Hebeltechnik zwang er diesen zur Aufgabe.
Andreas Schmid brauchte für seinen Sieg ebenfalls nicht die volle Kampfzeit von 5 Minuten. Resolut setzte Schmid seinen Griff am Arm und am Revers des Gegners an und setzte zum Harai-Goschi an. Fast schon lehrbuchmässig holte er mit diesem Hüftwurf das Liechtensteiner Schwergewicht von den Beinen.

Kriens und Rheintal chancenlos

Der Judoclub Mahari Kriens und der Judoclub Rheintal, die an diesem Nachmittag ebenfalls noch gegen das Freiämter Team antreten sollten, waren gewarnt. Es sollte ihnen wenig nützen. Die Wohler Kämpfer deklassierten die Rheintaler in der Direktbegegnung gleich mit 10 zu 0. Nico Michel und Simon Wey, die gegen den JC Ruggell noch verloren hatten, lieferten mit ihren makellosen Siegen den Beweis, dass sie ihren Startplatz im Wohler Kampfteam zu Recht beanspruchten.
Von zwei Siegen euphorisiert, stiegen die Wohler Kämpfer dann gegen Kriens in die dritte Partie an diesem Nachmittag. Jetzt sollte sich auszahlen, dass die Wohler in den vorherigen Begegnungen für ihre Siege nicht an die Leistungsgrenzen und vor allem nicht über die volle Kampfzeit gehen mussten. So reichten die Kraftreserven, um auch noch die Innerschweizer mit 7 zu 3 Punkten niederzuringen. Andreas Schmid und Beni Wey sorgten als Teamstützen mit ihren Siegen wiederum für eine frühe Vorentscheidung.
Am 23.Oktober 2010 folgt die Rückrunde in Ruggell. Rein rechnerisch gesehen muss die Wohler Mannschaft in noch eine Begegnung gewinnen. Dann hat sie sich den Aufstieg in die 1. Liga gesichert. „Das werden wir schaffen. Das ist unser erklärtes Ziel für diese Saison", erklärt André Wey, Coach der Wohler Kampfmannschaft selbstbewusst. Tritt sein junges Team in dieser Form in der Rückrunde auf, wird sie tatsächlich nicht mehr zu bremsen sein.
Christian Schenk

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Simon Wey (oben) vom Judo Club Wohlen behielt die Oberhand.