Auf Storchentour mit dem Velo

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Club 88 Seengen

Um Klarheit zu schaffen sei erwähnt, dass die Storchenfahrt der Club 88-Frauen absolut nichts mit Babies und deren Lieferung zu tun hatte. «Storchentour»
heisst nämlich die Velotour entlang der Aare von Biel über Altreu, wo sich die bekannte Storchensiedlung befindet, bis nach Solothurn. Sie zählt unter Kennern zu den Genusstouren unter den Velorouten und sie hielt tatsächlich, was sie versprach. Nur fünf, dafür aufgestellte Frauen des Club 88 nahmen in Biel die SBB-Räder in Empfang und machten sich auf gemütliche Fahrt Richtung Nidau-Kanal und Aare. Es war ein angenehmes Radeln neben dem bedächtig fliessenden Fluss, so ohne Hektik, vor sich stets die weiten, flachen Wiesen und Felder bis zum Jurasüdfuss. Zwischendurch pfiff zwar die Bise ganz gehörig und man musste tüchtig in die Pedalen treten. Der Stärkungshalt in Altreu war unerlässlich, schliesslich gab es dort die Horste der Störche auf Dächern und Bäumen zu bewundern. Am späten Nachmittag erreichten die Clubfrauen Solothurn, wo man im ehrwürdigen Zunfthaus zu Wirthen mitten in der Altstadt gepflegte Gastlichkeit erlebte.

Solothurn - was für eine interessante Stadt zwischen Deutsch und Welsch! Heilige, Helden und Hochwohlgeborene prägten ihre Geschichte. Die Spuren finden sich in mittelalterlichen Wehrbauten, Giebeln und Gassen, barocken Fassaden, eleganten Villen, der St. Ursen-Kathedrale und der magischen Zahl elf. Ambassadoren-Stadt wird Solothurn genannt, weil über 270 Jahre lang die französischen Botschafter residierten. Es liess sich abends herrlich flanieren in den Altstadtgassen und gemütlich essen in antik ausgestatteten Lokalen. Den Schlummertrunk genehmigte sich die Gruppe auf der Dachterrasse des «Roten Turms» mit prächtiger Sicht über die nächtliche Stadt.

Das sonntägliche Ausflugsziel der Clubfrauen war die nahe Verenaschlucht mit Kapelle und Eremitenklause, wo seit kurzem sogar eine Frau als Einsiedlerin in frommer Abgeschiedenheit lebt. Man spürte die tiefe Ruhe zwischen den kühlen Felswänden, schätzte aber nachher die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut. Im idyllisch gelegenen «Pintli», einem originellen Beizli, liess sich beim Apéro gemütlich verweilen. Sportliche Aktivitäten spielen stets eine Rolle beim Club 88 und weil zum Radfahren, Stadtbummeln und Wandern noch die Ersteigung des Glockenturms der St. Ursen-Kathedrale fehlte, nahm man auch die 250 Treppenstufen in Angriff, trotz leicht lädierter Muskeln an Beinen und Gesäss. Es bot sich von oben eine grandiose Rundsicht und das grünlich glitzernde Wasserband der Aare erinnerte nochmals an die Radeltour vom Vortag - Natur und Kultur pur!

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