Das 13. Konzert der „Patchworkstompers“ ist Geschichte

Applaus brandete auf, als die Band traditioneller Weise mit „Just a little while to stay here“ durch den Mittelgang zum Chor marschierte.

Der Veranstalter, Max Wehrli, begrüsste die Zuhörerinnen und Zuhörer und stellte die Mitglieder der Band 2015 vor:
Marcello Bona (p), Roy Duncombe (cl/ts), Köbi Etter (tp), Peter Gutzwiller (bjo), Peter Knechtli (tp), Robert Merian (cl/ts/ss), Martin Meyer (dr), Johnny Ramseier (tb), Rougi Rothenbühler (as/ts/ss), John Service (tb) und natürlich der Veranstalter Tubamax Max Wehrli (tub).
Er erwähnte, dass es sich um eine internationale, völkerverbindende Zusammensetzung handelte, waren doch neben acht Schweizern ein Engländer, ein Schotte und ein Franzose vertreten.
Bei den meisten vorangegangenen Konzerten war auch René Karlen am Banjo dabei. Max Wehrli musste leider mitteilen, dass der bestbekannte Musiker im Mai 2015 verstorben ist und bat die Anwesenden um eine Gedenkminute.

Ohne vorherige Proben improvisierten die Vollblut Jazzer in verschiedenen Besetzungen bekannte und weniger bekannte New Orleans Stücke und liessen sich von der Begeisterung des zahlreich erschienenen Publikums zu immer neuen Höhenflügen hinreissen. 
In einem ersten Block waren „When I come to the End of my Journey“, “Jazz me Blues” und “Maryland, My Maryland” zu hören.
Ein mitreissendes Piano Solo des "Wild Cat Blues", meisterhaft gespielt von Marcelleo Bona, liess die Füsse des Publikums wippen.

Im zweiten Block mit „Creole Love Call“, „Big Butter and Eggman“ und „Mamma don’t allow“ entzückte Peter Knechtli das Publikum mit seinen Gesangseinlagen, verstärkt durch seinen in ein Megaphon umgewandelten Trompetendämpfer und das Kazoo in Form einer Minizugposaune.

Nach einer kurzen Pause, in der man sich im Freien im immer noch angenehm warmen Wetter die Füsse vertreten konnte, ging es weiter mit „St. Louis Blues“, „I’m gonna sit right down and write myself a letter“ und „Since my best Gal turned me down“. Es folgte ein zweites Piano Solo von Marcello Bona, das mit langanhaltendem Applaus belohnt wurde.

„At the Georgia Camp Meeting“, Memphis Blues“ und “I wish I could shimmy like my Sister Kate” bildeten den Auftakt zum letzten Block, gespielt von allen elf Musikern zusammen.
Frenetischer Applaus zwang die Patchworkstompers, nach dem „See See Rider Blues“ und dem „Jo Averis Blues“ zu einer Zugabe, bevor sie, wie es mittlerweile zur Tradition geworden ist, mit „When the Saints…" aus der Kirche marschierten.

Die „Patchworkstompers 2015“ brachten originelle Soli und überraschende Improvisationen. Jedes „Mitglied“ der Band, die es gar nicht mit einer festen Besetzung gibt und die auch keine Proben kennt, kann sich hervorragend an die jeweiligen Akteure anpassen und dem Publikum vorgaukeln, dass es sich um eine alteingesessene Formation handelt.

Dass "Jazz in der Kirche Kirchberg" zu einer eigentlichen Küttiger Tradition geworden ist, ist nicht zuletzt auch den zahlreichen Sponsoren zu verdanken, die dem Anlass Jahr für Jahr treu geblieben sind und es dem Veranstalter ermöglichen, den Reinerlös der Kollekte der Stiftung „Denk an mich“ zukommen zu lassen. HW