Am Sonntag, den 22. Mai um 11:30 Uhr, versammelten sich die zwei Gipf-Oberfricker Klassen, die 2. Real von Herrn Frey und der 2. Sek b von Herrn Reimann, beim Fricker Bahnhof. Die Küchencrew und drei Schülerinnen führen mit einem kleinen Bus, der Rest mit dem Zug. Die Fahrt dauerte sehr lange und wir mussten einige Male mit unserem Gepäck umsteigen. Trotzdem genossen wir die wunderschöne Aussicht auf die Albula- und Bernina-Bahn. Um 17:30 Uhr kamen wir endlich in Poschiavo im Puschlav an. Während unsere Koffern und Rücksäcke ins Lagerhaus gefahren wurden, mussten wir uns zu Fuss zum Lagerhaus begeben.
Das Lagerhaus ist ein sehr schönes Pfadiheim, das erhöht ausserhalb des Dorfes liegt. Eingebettet von hohen, noch Schnee bedeckten Bergen, liegen in Richtung Süden der Lago di Poschiavo und im Hintergrund die italienischen Berge. Im Gemeinschaftsraum geniessen wir das feine Morgen- und Abendessen, das uns die Kückencrew vorbereitet. Am Abend nutzen wir den Raum für gemeinsame Spiele. Im oberen Stock sind unsere Schlafzimmer, zwei für die Knaben und eins für die Mädchen. Um das Lagerhaus herum haben wir Platz für sportliche Aktivitäten.
Unser Einsatz wurde durch die Stiftung Umwelteinsatz Schweiz und die Gemeinde Poschiavo organisiert. Unsere Arbeit besteht in der Landschaftspflege. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt und arbeiten auf verschiedenen Alpweiden. Dort schauen wir, dass diese nicht immer mehr verbuschen. Um 8.00 Uhr holen uns drei verschiedene Bauern ab und fahren uns auf unsere Arbeitsplätze. Wir scheiden und sägen Büsche ab, einige reissen wir sogar aus. Eine Gruppe hat sich am Montag und am Dienstag nur mit dem Ausreissen von kleinen Lärchen beschäftigt. Mühsam ist die Arbeit, wenn Weiden von Alpenrosen oder Farn gesäubert werden müssen. Teamarbeit ist da gefragt: Einer zieht und ein anderer schneidet möglichst tief ab.
Eine andere Gruppe muss das Holz kleiner, gefällter Lärchen und Föhren zu grossen Haufen aufschichten. Durch das Auslichten kommt mehr Licht auf die Wiesen und das Gras für die Kühe wächst wieder.
Von 12 bis 13 Uhr haben wir jeweils Mittagspause. Wir verpflegen uns draussen aus unserer Lunchkiste. Nach dem Essen können wir in der Sonne noch eine Weile faulenzen und danach gehen wir wieder mit neuer Kraft an die Arbeit. Arbeitsschluss ist jeweils um 16 Uhr. Nach dem Duschen und Umziehen haben wir jeweils auch noch kurz Zeit, um vor dem Nachtessen ins Dorf zu gehen. Vor der Nachruhe gibt es jeden Abend noch ein kleines Dessert für uns. Dazwischen plaudern wir zusammen oder machen Spiele. Um 23 Uhr wäre eigentlich Nachtruhe, doch einigen fällt das Einschlafen trotz der anstrengenden Arbeit, schwer.
Ein grosses Problem für uns ist, dass wir jeweils kaum wissen, wie spät das es ist. Wir mussten unsere Handys zuhause lassen. Trotzdem sind wir jeweils zur rechten Zeit am richtigen Ort. Am Freitagabend werden wir zusammen das Lager mit einem gemeinsamen Nachtessen in einer Pizzeria im Dorf abschliessen. Am Samstag reisen wir wieder mit dem Zug zurück nach Gipf-Oberfrick. Für alle ist das Lager eine schöne Abwechslung.(zvg)