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Arbeitsaufnahme nach der Schwangerschaft

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Maßnahmen zum Wiedereinstieg nach dem Mutterschutz anhand einer Studie von Regus.

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Maßnahmen zum Wiedereinstieg nach dem Mutterschutz anhand einer Studie von Regus.

Mütter und Beruf - ein schwieriger Spagat

Junge Mütter haben es bis heute schwer, nach der Schwangerschaft wieder in ihren Beruf zurückzukehren, wenn sie die Anforderungen von Job und Familie gleichermaßen erfüllen wollen. Das gilt besonders für Frauen, die zuvor in Führungspositionen waren und darin viel Zeit und Arbeit investiert haben. Von einer Work-Life-Balance sind sie in der Regel weit entfernt. Dabei gibt es genügend Ansätze und Ideen, diese Problematik zu entschärfen: flexible Arbeitszeiten, jobnahe oder sogar firmeneigene Kita-Plätze, effektive Videokonferenzen statt Geschäftsreisen, erweitertes Jobsharing.

Studie deckt gravierende Mängel auf

Eine Studie des Office-Dienstleisters Regus kommt dabei zu erstaunlichen Ergebnissen. Regus befragte über 26.000 Personen - darunter viele Führungskräfte und Unternehmensinhaber - aus der eigenen Kontaktdatenbank in mehr als 90 Ländern. Die Teilnehmer sollten einerseits Maßnahmen aufzeigen, wie Frauen nach einer Schwangerschaft möglichst reibungslos wieder in ihren Beruf einsteigen können. Andererseits wurden sie gebeten, die Kompetenzen von Müttern nach ihrer Rückkehr in den Job einzuschätzen.

Mütter sind unverzichtbar

Müttern gelten unter den Experten nicht nur als unverzichtbar für jede Volkswirtschaft. Auch auf Unternehmensebene wird ihnen ein deutlich positiver Effekt zugeschrieben. Schließlich kennen sie ihre Arbeit und bringen viel Erfahrung und Fachwissen mit. Neueinsteiger dagegen müssen langwierig eingearbeitet und geschult werden. Eine Teilzeittätigkeit von Müttern wünschen sich 56 % der Befragten. Gar 72 % sind überzeugt, das Organisationen und Betriebe wertvolle Mitglieder ihres Mitarbeiterstamms verlieren, wenn sie auf Teilzeitarbeit verzichten. Dass mehr Urlaubstage ein Anreiz für Mütter sind, glaubt dagegen nur die Hälfte der Teilnehmer. Wirkliche Abhilfe schaffen nur grundlegende Veränderungen bei den vorgegebenen Arbeitsprozessen.

Die eingangs erwähnten Maßnahmen zur Entschärfung der Problematik beurteilten die Befragten wie folgt (siehe Bild):

  • 96 % sprachen sich für flexible Arbeitszeiten aus.
  • 94 % glauben, dass Mütter schneller in den Job zurückkehren, wenn sie näher an ihrem Wohnort arbeiten können.
  • 92 % wollen Kita-Plätze in Büronähe oder direkt vor Ort.
  • 71 % erwägen die verstärkte Nutzung von Videokonferenzen an Stelle von Geschäftsreisen.
  • 69 % sind für mehr Jobsharing und
  • immerhin noch 54 % sind überzeugt, dass Mütter die Produktivität eines Unternehmens steigern.

Was sich ändern muss

Da stellt sich die Frage: Warum passiert nichts oder nur wenig in all diesen Bereichen? Viele Unternehmen nutzen die Potenziale von Müttern nicht. In Deutschland sind nur zwei Drittel der Frauen berufstätig, bei den Männern sind es mehr als drei Viertel. Michael Barth, Geschäftsführer von Regus in Deutschland, sieht dringenden Nachholbedarf in der Unternehmenskultur. Wer die wertvollen Ressourcen, die Mütter mitbringen, nicht verlieren will, muss flexibelere Arbeitsmodelle schaffen, damit Frauen mit Kindern Familie und Job für alle Beteiligten vernünftig leben können.

Autor: Kristofer Klein

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