Aarau

Albanermission Nordwestschweiz feiert Doppel-Jubiläum in Aarau

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Gemeinsam miteinander

Am diesjährigen Sonntag der Missionen platzte die Kirche Peter und Paul in Aarau aus allen Nähten. Die katholische Albanermission Nordwestschweiz feierte im Rahmen eines Gottesdienstes nicht nur ihr fünfjähriges Bestehen, sondern auch den hundertsten Geburtstag ihrer Namensgeberin Mutter Teresa. Zahlreiche Menschen harrten während der Messe stehend am Rande der Sitzreihen aus, am Eingang zur Kirche hatte sich eine grosse Ansammlung gebildet.

Mit etwas Verspätung bahnte sich der Festzug einen Weg durch die Menge, begleitet von den Kameras verschiedener Medienvertreter, darunter des kosovarischen Staatsfernsehens. Für besonderes Aufsehen sorgten junge Frauen und Männer, welche in traditionellen Gewändern die kulturelle Vielfalt Albaniens und des Kosovo zum Ausdruck brachten. Ländliche Trachten, aufwendig bestickter Samt und verschiedene Kopfbedeckungen prägten das Bild. Den Schluss des Zuges bildeten die geistlichen Würdenträger aus der Schweiz und dem Kosovo. Don Mikel Sopi aus Aarau führte gemeinsam mit Francesco Canalini, Erzbischof und päpstlicher Nuntius aus Bern, Dodë Gjergji, Bischof des Kosovo, Christoph Sterkman, Bischofsvikar des Bistums Basel, und drei weiteren Priestern durch den Gottesdienst.

Im Zentrum der Feier anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Albanermission Nordwestschweiz stand der Gedanke, einander zu verstehen, um in Frieden miteinander leben zu können. Man habe hier in der Schweiz eine zweite Heimat gefunden, erklärte eine Vertreterin der Albanermission der versammelten Festgemeinde. Dies wolle man nun gemeinsam mit den Schweizer Freunden hier in Aarau feiern und bei dieser Gelegenheit auch an Mutter Teresa erinnern. Die international bekannte Gründerin des Ordens der «Missionarinnen der Nächstenliebe» und Trägerin des Friedensnobelpreises hatte sich mit ihren Mitschwestern im indischen Kalkutta um die Ärmsten der Armen gekümmert. In diesem Jahr hätte Mutter Teresa, die einer katholischen albanischen Familie entstammte, ihren hundertsten Geburtstag gefeiert.

Dodë Gjergji, Bischof aus dem Kosovo, zeigte sich sichtlich erfreut in Anbetracht der gelungenen Feier und dankte für die Unterstützung der albanischen Gemeinde in der Schweiz. Erzbischof Francesco Canalini erinnerte daran, dass die Liebe zu Christus Mutter Teresa besondere Horizonte im Dienste der Menschen eröffnet hatte. «Sie wollte kein Modell für Sozialarbeit geben, sondern einfach aus der Liebe Christi heraus leben», so der päpstliche Nuntius. In diesem Sinne habe sie gezeigt, was Mission bedeute, nämlich gelebte Gotteserfahrung.

An der anschliessenden Feier in Suhr begrüsste Otto Wertli, ehemaliger Generalsekretär der Landeskirche, im Namen von Regierungsrat Dr. Urs Hofmann, welcher sich krankheitshalber entschuldigen musste, die albanischsprachige Gemeinde. Ziel der Integrationspolitik sei es Chancengleichheit für die ausländische Bevölkerung zu schaffen. Auch die katholische Albanermission leiste einen wichtigen Beitrag zur Integration der albanisch-kosovarischen Bevölkerung in der Schweiz. Gleichzeitig sei sie für ihre Mitglieder eine Stütze und pflege ihre eigene Kultur. Im Namen der Landeskirche gratulierte auch Generalsekretär Marcel Notter der Mission zu ihrem 5-jährigen Bestehen.

Unter den geladenen Gästen fand sich Prominenz aus Kirche und Politik. Neben den Botschaftern des Kosovos und Mazedoniens war Marco Schmid, Nationaldirektor der Kommission der Bischofskonferenz für Migration und der Nationaldirektor der kosovarischen Caritas anwesend. Vom Kirchenrat der katholischen Landeskirche nahm Kirchenrätin Maria-Pia Scholl teil. Musikalisch untermalt wurde die Feier vom Mutter Theresa-Chor der Albanermissionen aus verschiedenen Kantonen der ganzen Schweiz.

Seelsorge für Anderssprachige im Aargau
Die katholische Albanermission für die Region Nordwestschweiz mit Sitz in Aarau wurde am 1. Januar 2005 gegründet. Missionar Don Mikel Sopi betreut rund 8'000 albanischsprachige Katholiken in 10 Kantonen (AG, BE, SO, BL, BS, VD, FR, GE, JU-NE). Davon leben rund 4'000 Gläubige im Kanton Aargau. Die Seelsorge für Anderssprachige versteht sich als besondere Seelsorge für eine durch Sprache und Kultur definierte Gruppe von Getauften. Sie ergänzt die pfarreibezogene Pastoral und leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration, so durch gemeinsame Feiern mit den Ortspfarreien und die seelsorgerliche oder auch praktische Unterstützung der Immigranten. Die Seelsorge für Anderssprachige ist kantonal durch die Landeskirche oder gesamtschweizerisch durch die bischöfliche Kommission für Migration, migratio, organisiert. Im Aargau gibt es sechs Italienermissionen sowie Missionen für Spanisch-, Portugiesisch-, Kroatisch- und Albanischsprachige. Weitere Informationen: www.kathaargau.ch
In Zahlen: Albanischsprachige Katholiken in der Schweiz
In der Schweiz befindet sich die grösste Diaspora der Katholiken aus dem Kosovo. Jeder dritte Katholik aus dem Kosovo lebt heute in der 1. und 2. Generation hier. In Zahlen ausgedrückt leben 23'000 in der Schweiz, während es im Kosovo heute noch etwa 60'000 Katholiken gibt. Albanischsprachige Katholiken stammen aus dem Kosovo, Albanien und Mazedonien.

Bilder Roger Wehrli:
1. Der päpstliche Nuntius Erzbischof Francesco Canalini spricht am Gottesdienst in der Kirche Peter und Paul in Aarau von einem besonderen Tag.
2. Der Bischof des Kosovos Dodë Gjergji bedankt sich bei der Schweiz für die Unterstützung der albanischsprachigen Gemeinde
3. Im Zentrum der Feier stand der 100. Geburtstag von Mutter Teresa

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