Möhlin

Aktuelle Naturschutzprojekte in Möhlin

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Seniorennachmittag der reformierten Kirchgemeinde Möhlin

Aktuelle Naturschutzprojekte in Möhlin, zu diesem Thema sprach am Seniorennachmittag der reformierten Kirchgemeinde Möhlin am vergangenen Dienstag Herr Markus Kasper, Vizepräsident des Natur- und Vogelschutzvereins Möhlin, zu einer sehr interessierten Zuhörerschaft.

Obwohl Möhlin inzwischen die Zehntausender-Grenze betreffend die Einwohnerzahl überschritten hat und das Dorf einen sehr dicht besiedelten Eindruck macht, gibt es zum Glück doch noch viel Natur in der flächenmässig zweitgrössten Gemeinde des Kantons Aargau (die grösste Aargauer Gemeinde ist Sins im oberen Freiamt – also gerade am andern Ende des Kantons).

Ein Panoramablick auf das sehr grosse „Möhliner Feld“, das Gebiet zwischen dem Dorf und dem Sonnenberg und auf den Forst zeigt diesen Reichtum an Natur sehr schön.

Der Natur- und Vogelschutzverein Möhlin hat sich drei Aufgaben gestellt:

1) Artenschutz

2) Lebensraumschutz

3) Öffentlichkeitsarbeit

Zu all diesen Themen wusste der Referent sehr viel Interessantes in Wort und Bild zu berichten:

Was den Artenschutz betrifft, so ist Möhlin weit über den Gemeindebann und die Kantonsgrenzen hinaus bekannt für die seit mehreren Jahrzehnten vorbildlich geführte Storchenstation, die nicht nur dem Weissstorch, sondern auch verschiedenen Eulen, dem Steinkauz und weiteren Pfleglingen ein dauerndes oder vorübergehendes Heim bietet.
Bei den Störchen brüteten im Jahr 2011 z.B. 15 Storchenpaare und es kamen 33 Junge hoch, auch jetzt sind alle Horste bereits wieder besetzt.

Die Störche werden beringt und wer will, kann eine Patenschaft für einen Storch übernehmen.

Es konnte anhand der Beringung und vor allem von Sendern festgestellt werden, dass die Störche aus Möhlin bis in das westafrikanische Land Mali fliegen, um dort den Winter zu verbringen!
In der Pflegestation werden  wildlebende Vögel gepflegt, aber nur so lange, als sie der Pflege bedürfen. Dann werden sie wieder in die Freiheit entlassen.

Die Arbeit des Natur- und Vogelschutzvereins Möhlin wird von der Vogelwarte Sempach sehr geschätzt und es besteht eine fruchtbare Zusammenarbeit.


Zum Artenschutz gehören nicht nur gefährdete Tierarten, sondern ebenso seltene Pflanzenarten, z.B. Orchideen am Beispiel der Helmorchis, die am Bahnbord vorkommt.

Was den Landschaftsschutz betrifft, so stehen da im Vordergrund die Reservate Breitsee, Bachtelen und das Haumätteli, ebenso der Eichenwald mit ca. 900 geschützten Eichen unterhalb des Sonnenbergs. Während 50 Jahren darf an diesen Eichen nichts gemacht werden.

Auf dem „Meler Feld“, das nun unter kantonalem Landschaftsschutz steht, dürfen keine neuen Höfe errichtet werden,  bestehende Höfe können aber weiterhin kleinere Bauten erstellen.

Erfreulich ist auch die Entwicklung im Naturschutzgebiet Burstel. Hier konnten in der ehemaligen Kiesgrube stetig neue Flächen zum jetzt 10 ha grossen Reservat von kantonaler Bedeutung dazugewonnen werden. Eine grössere Fläche konnte der Natur- und Vogelschutz durch den Gewinn des mit 50‘000 Franken dotierten,renommierten Elisabeth-Walderpreises 2010 gleich selber dazukaufen. Bereits siedeln sich dort seltene Arten wie Flussregenpfeifer, Gottesanbeterin, oder Teichmolch an.


Zum Schluss ging der Referent auf die unverzichtbare Öffentlichkeitsarbeit ein. - Auch dieser Seniorennachmittag darf als ein Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit gerechnet werden, und das Interesse der Zuhörerinnen und Zuhörer bewies, dass Herr Kasper diese mit seinen Ausführungen in seinen Bann zu ziehen verstand.

Wer mehr wissen will über den Natur- und Vogelschutzverein, findet hier umfassende Angaben:

www.moehlin-natur.ch

Die nächste Exkursion zum Thema „Vielfalt im Jura“ findet am Sonntag, 18. März um 9 Uhr statt beim Waldhaus am Sonnenberg.

Und der nächste Seniorennachmittag – diesmal von Pfarrerin Nadine Hassler Bütschi gestaltet – findet am Dienstag, 3. April statt.

Im Anschluss wurde den Gästen ein feines z'Vieri seviert.

Danke vor allem dem Referenten, aber auch dem Senioren-Team,  nämlich Inge Ritzmann , Christa Heusser und Pfarrerin Christiane Bitterli.

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