Zürich - Kreis 11

Aktive Lehrer begegnen neuen Herausforderungen in der Schule

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Moderne Gesellschaften wollen erfolgreich sein. Der Ausgangspunkt für Erfolg ist Bildung und diese ist messbar. Die PISA-Vergleiche (Programme for International Student Assessment) sind Erfolgsvergleiche des Bildungswesens. PISA fragt nicht nur Lehrplanwissen ab, sondern will erfassen, inwieweit Jugendliche auf das Leben in der modernen Wissensgesellschaft vorbereitet sind. Sie ist ein Gradmesser für die Leistungsfähigkeit von Gesellschaften im Vergleich (derzeit 57 Staaten) und für die Leistungsverbesserung einer Gesellschaft im Verlauf der Zeit.

Die Schweiz liegt relativ gut über dem Durchschnitt. Aber: Die Schweiz und alle deutschsprachigen Länder bleiben hinter Südkorea, Kanada und Finnland zurück.

Allerdings hat die Schweiz auch einige Lasten zu tragen in Sachen Bildung. Bildung geht nicht von selbst; vielmehr brauchen viele Kinder heute Förderung zum Start in die Bildung oder die Förderung begleitet den Bildungsweg. Hierzu ein paar Zahlen: 25% der Kinder haben heute einen Migrationshintergrund, 7,5% aller Geburten in der Schweiz sind Frühgeburten (höchste Frühgeburtenrate in Europa), 5% eines Jahrgangs sind von ADHS und über 10% aller Kinder von gravierenderen Sprachstörungen betroffen.

Anders gesagt: Mindestens jedes achte Kind nimmt einen problembehafteten Entwicklungsverlauf bzw. es ist von mindestens zwei Kindern in einer Klasse auszugehen, die so grosse Entwicklungsprobleme haben, dass kooperative Massnahmen erforderlich sind.

Von daher sind die Herausforderungen an heutige Lehrerinnen und Lehrer sehr hoch. Häufig muss die Schule Heilpädagogen und Therapeuten hinzuziehen. Lehrer müssen heute mehr wissen und mehr kooperieren.

In Winterthur fand vom 16. – 24. Juli 2013 die von der SWCH (Schule und Weiterbildung Schweiz) organisierte Magistra13-Messe statt, die Lehrpersonen und Interessierten alljährlich einen Überblick über aktuelle, schulbezogene Weiterbildungen gibt. Ein Hauptsponsor dieses Jahr war die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik in Zürich (HfH), die sich als Kompetenzzentrum für heilpädagogische und therapeutische Fragen sieht.

„Die Weiterbildungsangebote der HfH sind vielfältig“, sagt Jürgen Steiner, Leiter des Studienganges Logopädie an der HfH und vor Ort in Winterthur. „Lehrer können einzelne Kurse buchen, ein Zertifikat anstreben oder sogar ein Aufbaustudium wie Schulische Heilpädagogik, sowie ein Bachelor-Grundstudium für Logopädie oder Psychomotoriktherapie beginnen. Das Interesse am Stand war gross, zumal man auch Teilzeit studieren und so Familie oder Erstberuf mit dem Studium vereinbaren kann.“

Sabrina Müller, Studentin an der HfH, hat sich bereits entschieden und studiert im Moment an der HfH, um später den Beruf der Logopädin auszuüben. „Ich habe den HfH-Stand an der SWCH gerne unterstützt und Lehrer beraten“, sagt sie. „Ich bin in meiner Erstausbildung Primarlehrerin und habe gesehen, wie viele Kinder sich schwertun in der Entwicklung unter anderem eben auch in der Sprache. Wenn ich mein Studium abgeschlossen habe, kann ich betroffenen Kindern aber auch Jugendlichen oder Erwachsenen helfen, in ihrem sprachgeprägten Alltag besser zurechtzukommen. Das finde ich spannend.“

 In allen Studiengängen sorgtdie HfH für eine sehr enge Verzahnung von Praxis und theoretischem Wissen. Studierende werden an ihren Praktikumsorten begleitet und Kinder, Eltern und Betroffene treten im Förderzentrum mit Studierenden direkt in Kontakt (www.hfh.ch/tlp). Neben einer Bibliothek gibt es in der HfH auch ein didaktisches Zentrum (www.hfh.ch/diz).

Für Weiterbildung ist es nie zu spät. Im Bereich Schule finden sich vielfältige, zukunftssichere Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung, für die sich ein Einsatz lohnt.

textverantwortlich: str/mus

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