Es war sehr heiss in Cantanhede, dem Austragungsort des Sprints. Die Temperaturen stiegen auf bis zu 40 Grad. Im portugiesischen Radio warnte man gar vor der ungewöhnlichen Hitze. Dementsprechend gut mussten sich die jungen U20 Fahrer auf den 8.1 km langen Sprint vorbereiten.

Steigerungslauf in der Hitze

Der 18 jährige Jäggi tat dies, indem er seinen erfahrenen Nationalmannschaftskollegen vertraute und ihre Tricks gegen die Hitze anwandte. „Vor dem Start ständig den Nacken mit Wasser kühlen war eine der Massnahmen“, erklärte der 178 cm grosse und 61 kg leichte Solothurner. Als der angehende Elektroniker startete, fand er sofort in den Rhythmus und wählte gleich zu Beginn die richtigen Routen im 18 Posten umfassenden Parcours. Er blieb aber im Hintertreffen, bis er sich markant steigern konnte: Bei Rennmitte lag er auf einem Diplomrang (6.), ab dem 15. Posten übernahm er die Führung vor zwei finnischen Verfolgern. Er liess bis ins Ziel nichts mehr anbrennen und siegte zwei Sekunden vor Sauli Pietikainen und 24 Sekunden vor Sakari Puolakanaho. „Ich konnte am Schluss noch einmal zusetzen“, erzählte der glückliche Adrian Jäggi nach dem Rennen. Letztes Jahr wurde der Berner Silvan Stettler in Tschechien Silbermedaillengewinner in derselben Disziplin. Ihn nahm Jäggi zum Vorbild: „Im Sprint ist alles möglich: Volles Risiko nehmen, vielleicht geht’s auf!“ Es ist ja nun aufgegangen und das gegen viele vom Alter her eigentlich physisch stärkeren Fahrern.

Viel Fleiss, viel Erfolg

Adrian Jäggi trainiert intensiv um Erfolg zu haben. So drehte er im Winter viele Runden im Velodrome Grenchen, nahm an Bike-Rennen teil und macht Kraftübungen. Diese unzähligen Kraft- und Konditionstrainings bildeten nun die Grundlage für den Grosserfolg in Portugal. Im Swiss Cup des Bike OL`s fehlt Adrian Jäggi in der H20 Kategorie die Konkurrenz, darum fährt er bereits jetzt in der Elite. Als er im Frühling von der Verbandszeitschrift nach den Fernzielen gefragt wurde, antwortete er: „Ich möchte eines Tages eine Medaille an der Junioren-EM oder -WM gewinnen.“ Nun - er hat es bereits geschafft.

Text: David Hayoz, Fotos: Beat Schaffner/ Ursula Häusermann