Die Wanderausstellung „Achtung-Technik-Los“ zu Besuch bei der Oberstufe Brugg

Zimmer 41 des Hallwylerschulhauses der Bezirksschule Brugg. „Passwort: mintpepper”, steht gross an der Wandtafel. Am Montag und Dienstag, 27. und 28. November, wird hier weder Französisch unterrichtet noch steht das Lösen von Mathematikaufgaben auf dem Programm.

Vielmehr stehen die Fragen der Technik im Zentrum: Wie programmiere ich den kleinen Roboter, der sich dank Rädern bewegen und dank anderen Zusatzfunktionen auch Musik abspielen und in diversen Farben aufleuchten kann? 9 interessierte Mädchen probieren aus, lachen, fragen nach - und immer wieder hört man „aha”: Man versteht die Materie schnell besser.

Es werden zahlreiche Workshops angeboten: ein handygesteuertes Kugellabyrinth der Fachhochschule Nordwestschweiz fordert die Erst- und Zweitbezlerinnen heraus, im Computerraum wird ein Game programmiert und Berufsbildner und Lehrlingsbetreuer Ruedi Geissmann informiert, was beim Bewerben von Bedeutung ist. „14 Monate vor dem Schulabschluss sollt ihr wissen, was ihr nach dem Abschluss machen wollt!”, betont er. Mit ihm dabei sind zwei ehemalige Lehrlinge. Bereitwillig und motiviert geben sie Auskunft über Ausbildung, Berufsinhalte und schulische Möglichkeiten.

Im Werkraum wird derweil gelötet. „Diese Platte soll so gelötet werden, dass die befestigten Lichter am Ende abwechslungsweise blinken", erklärt Claudio Bonaglia, einer der vier Lehrlinge, der die acht Knaben, die gerade den Workshop besuchen, betreuen. Der Einbezug der Lehrlinge  ist Teil des Erfolgsrezepts der Wanderausstellung, die bereits seit acht Jahren läuft - die Kommunikation zwischen den jungen Menschen läuft hervorragend.

Kleine Vorträge ergänzen die praktischen Tätigkeiten, an die die Jugendlichen herangeführt werden. „Roboter werden beispielsweise bei der Bombenentschärfung eingesetzt”, zeigt der 16-jährige Fabian Frei ein eindrückliches Roboter-Anwendungsgebiet auf,  das wohl den wenigsten der Zuhörenden in den Sinn gekommen wäre.

Die FHNW unterstützt das Projekt „Achtung-Technik-Los“, an dem alle Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Sekundar- und Bezirksschule Brugg teilnehmen, massgeblich. Urs Adam, Berufsbildner der Informatik-Lehrlinge der FHNW, erklärt das Engagement wie folgt: „Es ist uns ein Anliegen, dass die Jugendlichen das Potential der technischen Berufe erkennen. Der Weg an die Kantonsschule ist nur eine von vielen Möglichkeiten.“

Die Jugendlichen - aufgeteilt in Knaben- und Mädchengruppen - sind hellwach dabei. „Mit dieser Wanderausstellung ‚erwischen’ wir alle, nicht nur diejenigen, die sich sowieso schon seit Langem für die technischen Berufe interessieren", erklärt Maggie Winter. „Wir wollen damit nicht zuletzt erreichen, dass auch die Mädchen das Potential der technischen Berufe erkennen und sich von der Begeisterung anstecken lassen. Frauen sind in der technischen Branche bislang leider noch immer stark untervertreten."

Gut möglich, dass die zwei Tage in Brugg helfen, eine kleine Gegensteuer zu geben.

Flurina Lienhard