Aarau

Achtung fertig. Frauen los!

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Ein Tag mit Astrid Andermatt, Grossrätin Bezirk Zurzach und Nationalratskandidatin der SP des Bezirks Zurzach, an der kantonalen Manifestation für mehr Gleichstellung.

Gestern um 14 Uhr ging‘s auch im Aargau los! Frauen und Männer trafen sich zur kantonalen Manifestation für mehr Gleichstellung auf dem Färberplatz in Aarau. Nicht nur, dass die Männer für die Frauen kochten, nein, sie gaben öffentlich kund, dass sie die heutige Lohndiskriminierung bei Frauen, welche mit den gleichen Voraussetzungen weniger als Männer verdienen, nicht mehr tolerieren. Lohndiskriminierung findet nicht nur in der Privatwirtschaft statt (Lohnunterschied 2008, 24,1%) sondern auch im öffentlichen Sektor des Bundes (Lohnunterschied 2008, 17,6%).
Wir haben Stimmrecht, Verfassungsartikel und Gleichstellungsgesetz. Trotzdem werden die schlecht bezahlten Jobs von Frauen gemacht. 300‘000 Frauen in der Schweiz verdienen weniger als 22 Franken in der Stunde, in der Reinigungsbrache, in der Textil- und Uhrenindustrie, im Gastgewerbe, im Detailhandel, in Brachen, die über keinen GAV verfügen.
Dass sich so viele Organisationen solidarisch mit diesen Frauen stellen und zum Gleichstellungstag aufrufen, zeigt, dass zwar viel gemacht wurde bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei der gerechten Verteilung der unbezahlten und bezahlten Arbeit, doch die Bemühungen der letzten 40 Jahren noch zu wenig Früchte tragen. Mit dabei bei dieser Solidaritätskundgebung sind namhafte Organisationen, wie die Frauenzentralen der Kantone, der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, der Schweizerische Katholische Frauenbund SKF, die Frauenorganisationen der verschiedensten Parteien und sogar die Bäuerinnen unter vielen anderen.
Die vielen Ansprachen von engagierten Frauen aller Politcouleur zeigten aber immer wieder wunde Punkte in der Gleichstellungsfrage auf. Es sind vor allem Frauen, welche durch die unbezahlte Care- Arbeit (Betreuung von Kindern und kranken Erwachsenen) jährlich 2,8 Mio. Arbeitsstunden, davon 80 % unbezahlt, aufwenden. Sie nehmen dadurch beträchtliche wirtschaftliche Nachteile in Kauf. Darum ist eine gesellschaftliche Aufwertung und Anerkennung der Care- Arbeit wichtig.
Mit sozialkritischen Musiktexten, Poetry-Slam- Einlagen gedachte man/frau jenen Tausenden von Arbeitnehmerinnen, die trotz Erwerbstätigkeit als Working Poor unter dem Existenzminimum in unserer reichen Schweiz leben müssen. Das bedeutet, dass monatlich nach Abzug der Wohnungs- und Gesundheitskosten weniger als 1000 Franken für Nahrungsmittel, Kleider und weiteres übrig bleiben.
Apropos Kleider: Die Frauen auf dem Färberplatz zeigten auch Farbe, um der Gleichstellung von Mann und Frau Nachdruck zu verleihen. Darunter waren ebenso bunte engagierte Väter, die den Vaterschaftsurlaub und Elternzeit jetzt! forderten. Noch nie war die Markthalle so bunt in pink und lila. Dies lässt hoffen!

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