Die erste Abschlussprüfung nach der neuen Bildungsverordnung setzt positive Signale. An der festlichen Abschlussfeier in der Klosterkirche Königsfelden durften alle dreissig Absolventinnen das Fähigkeitszeugnis entgegennehmen.

Lauter strahlende Gesichter unter den frischgebackenen Floristinnen an der Feier in der Klosterkirche Königsfelden und eine hocherfreute Claudia Alijew, die als Präsidentin des Floristenvereins Sektion Aargau sämtlichen Absolventinnen der diesjährigen Prüfung zum Zertifikat „Florist mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis" gratulieren durfte. Sechs Damen wurden für ihre Leistungen zusätzlich geehrt. Als beste schloss Jenny Wüthrich vom Lehrbetrieb Chalet Flora in Aarau mit dem ausgezeichneten Resultat von 5,6 ab. Der Durchschnitt aller Kandidatinnen war mit der Note 5 ebenfalls erfreulich hoch.

Auffällig exakt gearbeitet
Diese bemerkenswert guten Leistungen haben laut Präsidentin Alijew verschiedene Gründe: „Erstmals flossen die Zeugnisse der drei Lehrjahre in den Abschluss mit ein, was die gesamte Ausbildung auf eine breitere Bewertungsgrundlage stellt." Gemeinsam mit der Fachkommission windet sie den jungen Berufsleuten ein Kränzchen. Sie haben bei der technischen Umsetzung ihrer Prüfungsarbeiten grösste Sorgfalt an den Tag gelegt, was sich in entsprechend hohen Bewertungen niederschlägt. „Die Arbeiten sind ganz allgemein sehr sorgfältig und exakt ausgeführt worden", freuen sich die Prüfungsexpertinnen mit Margrit Kaufmann an der Spitze. Dieser Disziplin wird in den überbetrieblichen Kursen des Floristenvereins seit Jahren hohe Beachtung geschenkt.

Komplexe Prüfungsaufgaben
Änderungen gab es auch bei den praktischen Arbeiten. Im Gegensatz zu früher, wo vor allem Wissen abgefragt wurde, galt es, verschiedene umfassende Aufgabenstellungen zu bewältigen. Auch diese Aufgaben haben die Prüflinge mit Bravour gelöst. Sei es bei den zwei freien Arbeiten, zu welchen unter anderem ein Strauss zum Thema Sommerbrise gehörte oder den sieben sogenannten gestellten Werken, bei denen mit vorgegebenen Materialien gearbeitet werden musste.

Traumberuf Floristin
Floristen haben ihre Liebe zur Natur zum Beruf gemacht. Sie verstehen es, mit Blumen und Pflanzen Stimmung zu schaffen. Es kommt also nicht von ungefähr, dass Blumen als die schönste Sprache der Welt bezeichnet werden. Eine Sprache, die ohne Worte auskommt und doch alles sagt. Und vielleicht ist gerade dies das Geheimnis, weshalb es die Ausbildung in die Reihen der Traumberufe geschafft hat. Dass es nach wie vor hauptsächlich eine Frauendomäne ist, beweist die Tatsache, dass unter den dreissig frischgebackenen Berufsleuten kein einziger Mann zu finden ist. „Es scheint, als wollten die Männer nach wie vor lieber Blumen schenken und das Arrangieren den Frauen überlassen", meint Claudia Alijew augenzwinkernd.

Stabsübergabe bei den Prüfungsexperten
Margrit Kaufmann, Schibli Floristik, Fislisbach (Mitte), legt das Amt der Chefexpertin in die Hände von Yvonne Baumann, Gränichen (rechts), und Andrea Stöckli, Natürlich Blumen GmbH, Anglikon. Margrit Kaufmann hat die Aufgabe während 16 Jahren umsichtig und mit hohem Engagement wahrgenommen. Unter anderem zeichnet sie für die Umsetzung des neuen Qualifikationsverfahrens im Rahmen der neuen Bildungsverordnung verantwortlich. (zVg)

Bild: Die jungen Berufsleute im Festgewand feiern den erfolgreichen Prüfungsabschluss. (zVg)