Möriken-Wildegg

Aargauer Jagdaufseher «drückten die Schulbank»

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Einmal jährlich haben die Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher im Aargau die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Weiterbildungskurses in aktuellen Themen auf den neusten Stand zu bringen und sich auszutauschen. Gleichzeitig können auch die Jagdlehrgänger, von welchen ein Teil kurz vor der zweiten und theoretischen Jägerprüfung und somit dem Erlangen des Jagdfähigkeitsausweises steht, ihr jagdliches Wissen ergänzen.

Auf dem Areal der Jura-Cement-Fabriken AG in Wildegg begrüsste der Präsident der Vereinigung Aargauischer Jagdaufseher VAJ Max Schmid die wie gewohnt zahlreichen Anwesenden, die sich anschliessend aufgeteilt in Gruppen auf den Weg zu den Posten machten. 

Kantonstierärztin Barbara Thür und Tierärztin Marie Bienfait befassten sich mit der Afrikanischen Schweinepest. Die Seuche verbreitet sich zur Zeit von Georgien, wohin die ASP-Viren vermutlich mit Abfällen eingeschleppt worden waren, immer weiter nach Westen und verursacht dadurch auch unter den Jägern Aufregung. Sie befällt ausschliesslich Haus- und Wildschweine und ist hochansteckend. Barbara Thür informierte unter anderem über den Umgang mit der Seuche, das auffällige Krankheitsbild und Marie-Louise Bienfait erläuterte den fachkundigen Umgang mit Probeentnahmen ASP durch den Jagdaufseher.

Heinz Gretener aus Rietheim ist auf kulinarischem Gebiet spezialisiert auf Wild. Der gelernte Koch weiss was seine Kunden wünschen und verkauft nur einwandfreies und richtig verarbeitetes Schweizer Wild wie es auch die Gastronomie wünscht und kocht oder grilliert auch für Anlässe. Tendenziell kann er jedes Jahr mehr verkaufen, auch wenn es seinen Preis hat. Mit seinen Ausführungen bestätigte er, dass auch Wild äusserst vielfältig zubereitet werden kann, zum Beispiel Grill für 40 Personen, alles nur Wild vom traditionellen Rehrücken über das Wildschweinrack bis zu den Würsten, es kann praktisch alles zubereitet werden. In einem jungen Designer in Basel hat er sogar jemanden gefunden, der Wildschweintaschen anfertigt und und eventuell auch bereit wäre, Rehleder zu verarbeiten. Ein gutes Beispiel dafür, was alles möglich ist.

Claude Richner erklärte an seinem Posten Wichtiges und Wissenswertes über die Reinigung und Pflege von Waffen und Optik, zeigte verschiedene Pflegemittel und Putzutensilien, und gab Tipps und Tricks weiter

Fettnäpfe vermeiden war das Thema von VAJ Rechtskonsulent Dieter Heuscher, und Kantonspolizist Roland Zwald. Der Jagdaufseher ist verpflichtet etwas zu tun und nicht wegzusehen. Unternimmt er nichts wo er eine Anzeige machen müsste, macht er sich der Begünstigung schuldig. Macht er eine Anzeige, ist er der Bösewicht. Und der «Jö-Effekt» bei der Öffentlichkeit verlangt vom Jagdaufseher viel Fingerspitzengefühl. Die armen Tiere - der böse Jäger, in den Aufgaben des Jagdaufsehers liegt also Konfliktpotential. Seine Aufgaben werden oft ganz falsch ausgelegt.

Beladen mit neuem und aufgefrischtem Wissen stand nun zum Abschluss dem gemütlichen Beisammen sein und einem währschaften Imbiss nichts mehr im Weg.

Pia Weber

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