Der Grossaufmarsch und die stimmige Atmosphäre anlässlich der Liebegger Schlussfeier unter dem Motto "D’Liebegg - Voll im Saft" bestätigte einmal mehr, Landwirt zu sein ist mehr als einfach einen Beruf zu haben. Insgesamt 61 Landwirte und 5 Agrarpraktiker, darunter 13 Frauen, erhielten ihre Berufsausweise.

Der grosse Stolz war den angehenden Landwirten und Agrarpraktiker von den Augen zu lesen, als Sie mit rund 35 Traktoren zur Schlussfeier in die MZH in Gränichen Dorf aufgefahren sind. Neben den blumengeschmückten Traktoren war auch der Besucheraufmarsch von Berufsbildnern, Eltern, Freunden und Gäste aus Regierung und Politik eindrücklich.

Ihr, liebe Diplomandinnen und Diplomanden repräsentiert die junge Y-Bauerngeneration unseres grossen und vielseitigen Agrarkantons, schilderte Hansruedi Häfliger, Direktor des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg bei seinen Begrüssungsworten. Die Ypsiloner sind zwischen 1980 und 1999 geboren und stehen für

eine Generation, die gut ausgebildet und bildungshungrig - oder sagen wir vielleicht besser - häufig interessiert an Bildung ist, für eine Generation, die keine Berührungsängste mit der digitalen Welt hat, für eine Generation, die hervorragend improvisieren kann und innovativ ist, eine Generation die sinnstiftende Arbeit sucht und auf eine gesunde Lebensbalance achtet.

"Die Aargauer Landwirtschaft voll im Saft"

Dass die Aargauer Landwirtschaft mit seiner Vielseitigkeit voll im Saft steckt, waren sich sämtliche Referentinnen und Referenten einig. Die zwei unterhaltsam vorgetragenen Kurzreferate von frischgebackenen Landwirten widerspiegelten eine grosse Begeisterung für die durchlebten und bevorstehenden Tätigkeiten im Berufsfeld Landwirtschaft. Nicht nur die Arbeit bei schönstem Wetter auf dem Feld, auch die grosse Verantwortung im Umgang mit Maschinen und Tieren wurden angesprochen. Aber am wichtigsten sei die grosse Unterstützung von Familie, Berufsbildner und Freunden gewesen, schilderte Petra Schmid, frisch diplomierte Landwirtin EFZ. Mit ihren fröhlichen, frischen und modernen Klängen umrahmte die Liebegger Musik die einzelnen Referate stilvoll. Ein Novum war dieses Jahr der Auftritt des Swiss- Alphorn Jugend- Quartett, welchem Yves Studer, Absolvent des Bildungsganges Landwirt EFZ angehört. Sie empfingen unteranderem die Gäste mit lustvollen Klängen vor der MZH Gränichen.

Bei seinem letzten Besuch als Landwirtschaftsdirektor an der Liebegger Schlussfeier bemerkte Regierungsrat Roland Brogli wie stark diversifiziert die Aargauer Landwirtschaft ist. So ist der Aargau der zweitgrösste Gemüseproduzent von der Schweiz, der drittgrösste Getreideproduzent und der viertgrösste Obstproduzent. Es gibt im Aargau auch viele Tierhaltungsbetriebe, zum Beispiel für Geflügel, Mutterkuhhaltung und natürlich auch Milchproduktion. Das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg bietet sämtliche Fachkompetenzen unter einem Hut an, was für die Aargauer Landwirtschaft von grossem Vorteil sei, schilderte Brogli. Und diese Fachkompetenz wiederspiegelt sich auch in der Ausbildung von jungen Berufsleuten. So besuchen jährlich 350 bis 400 Lernende in verschiedenen Bildungsgängen das LZ Liebegg.

Schulkommissionspräsident Hansjörg Erne erläuterte, dass im Moment die Landwirtschaft in der Schweiz wirklich voll im Saft ist. Nicht nur die Pflanzen stehen saftig grün, auch die Böden sind durch die anhaltenden Niederschläge sehr „saftig“ geworden. Es wird auch Zeiten in eurem Leben geben, in denen nicht alles rund läuft und wo man nicht im Saft ist, schilderte Erne und meinte: "Seit auch hier vorausschauend" und merkt nicht nur, wenn die Tiere und Pflanzen Wasser und Nährstoffe brauchen, sondern merkt auch, wenn Ihr und eure Familie Wasser und Energie braucht, um "Voll im Saft" zu sein.

Erfolgreiche Menschen handeln sofort

Hansruedi Häfliger fragte sich, was erfolgreiche Menschen oder Unternehmer anders machen als die anderen. Warum gibt es immer wieder ein paar ganz Clevere, die den Rest wie selbstverständlich weit hinter sich lassen? Ein Blick hinter die Kulissen von erfolgreichen Menschen zeigt, dass erfolgreiche Menschen nicht zögern. Sie wissen was passiert, wenn sie untätig bleiben. Und deswegen handeln sie immer sofort und sind ausserordentlich aktiv – rund um die Uhr! Aufschieberitis und Trägheit sind für sie Fremdwörter! Sie wissen: Nur durch Aktion kann Reaktion entstehen. Und wenn man selbst nicht den ersten Schritt macht, wer dann sonst? Die Initiative, das Handeln führt zu Feedback. Und das stärkt Motivation, Begeisterung, Selbstvertrauen und gibt vor allem Auftrieb für die nächsten Schritte und Aufgaben. Häfliger schilderte auch, dass kein Problem so schlimm ist, dass man deswegen aufgeben muss! Darum gab er den frisch diplomierten Landwirten und Agrarpraktiker mit auf den Weg: Take it easy, but take it! (Nimm es leicht, aber nimm es!).