Oberburg

Aargauer auf Besuch im Solar-Emmental

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Statt im Saal vom „Rössli“ oder „Löie“ hielt die Aargauer Sektion der Vereinigung für Sonnenenergie ihre diesjährige Generalversammlung in Oberburg im Emmental ab.

Versammlungsort war diesmal nicht eine Wirtschaft, sondern der Schulungsraum der Jenni Energietechnik AG - eines der ersten Unternehmen in der Solarbranche und heute eine KMU von ansehnlicher Grösse.

Grosse Sonnenspeicher
Bei Josef Jenni werden vor allem technisch raffinierte Solar-Wärme Speicher gebaut - mit zum Teil recht grosse Dimensionen. Die Speichertanks in Arbeit weisen Dimensionen auf, welche den „normalen" Boiler eines Einfamilienhauses bei Weitem in den Schatten stellen. Komplexe Wärmespeichertanks Längen bis 15 Meter und Durchmessern von bis über 4 Metern werden in Oberburg hergestellt. Sie kommen europaweit zum Einsatz.

Schweres Metal
Der Unternehmer Jenni persönlich führte die Teilnehmer der GV durch seine Produktionsstätten, die in zwei grösseren, mehrstöckigen Gebäuden untergebracht sind. „Self-Made-Man" Jenni hat praktisch alle der Spezialmaschinen, auf welchen die Speichertanks zusammengebogen und geschweisst werden, selber entworfen und gebaut. Im Gegensatz zu den oft filigran wirkenden Solarpaneele wird hier mit schweren Blechen und Stahlrohren gearbeitet, um die zum Teil übergrossen Tanks herzustellen.

Tank-im-Tank
Die Speichertanks haben meistens mehrere interne Wärmetauschern aus Spiralröhren und meistens integrierte Chromstahl-Behälter für Brauchwarmwasser. Dieses Tank-im-Tank System erlaubt eine effiziente Wärmeübertragung zwischen Speicherwasser und dem Trinkwasser im Brauchwarmwassertank. Die erforderliche Komplexität und Flexibilität bei der korrekten, optimalen Speicherung und Nutzung von Wärme wird durch eine Sammlung von Leitungen, Temperaturfühlern, Ventile und Pumpen erreicht.

Komplexe Systeme
Die genaue Zusammenstellung wird oft vom Fall zu Fall definiert und ist zum Teil so komplex, dass sie für den Laien fast unüberblickbar bleibt. Besucher hingegen, die etwas von der Heizungshydraulik, verstehen, bekämen bald feuchte Augen ob der vielen Steuerelementen, Zu- und Abgängen, Temperaturfühlern und Steuermöglichkeiten. Die Verhältnisse in den Werkstätten sind eng und ein weiterer Ausbau der Produktionshallen ist geplant. Die Übernahme einer benachbarten Parzelle soll der Platznot Abhilfe schaffen.

Solares Wohnen
In Oberburg wird nicht nur fabriziert, sondern auch gewohnt - in dem ersten voll-solarbeheiztem Wohnblock der Schweiz (wenn nicht von Europa). Der Wohnblock mit acht Wohnungen wird beheizt und mit Warmwasser versorgt durch auf dem südseitigen Dach angebrachte Solarkollektoren. Die gewonnene Wärme wird in einem zentral untergebrachten, gut isolierten Saison-Speichertank versorgt. Der Tank streckt sich über 5 Stockwerke und speichert 205‘000 Liter Wasser. Die gespeicherte Wärme reicht mindestens ein Jahr lang für die Beheizung des Wohnblocks und für die Versorgung der Einwohner mit Warmwasser.

Generalversammlung
Und die Generalversammlung des Solarvereins? Es gibt eigentlich nichts besonderes zu erwähnen - die Kasse stimmt, die Arbeit geht nicht aus: Die Regionalgruppe Aargau wird im Jahre 2010 wiederum an wichtigen Gewerbeausstellungen dabei sein und interessante Ausflüge, Besichtigungen und Vorträge veranstalten. Es wurde unter anderem beschlossen, dass die neu eintretenden Mitglieder drei Gratisnummern des Vereinszeitschrifts als Beitrittsgeschenk bekommen sollen. Weitere Details über die Aargauer Solarvereinigung gibt es unter www.sses-net.ch/aargau: Neumitglieder sind jederzeit willkommen.(aha)

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