Die Vereinigung ehemaliger Gemeindeammänner des Bezirks Brugg unter der Leitung von Präsidentin Brigitte Schnyder, Hausen, und Aktuar Urs Widmer, Habsburg, führte mit 50 von 100 Mitgliedern die Herbstversammlung wohl zum letzten Mal in Scherz durch. Denn diese selbständige Gemeinde existiert ab 2018 nicht mehr, wenn der Zusammenschluss mit Lupfig in der Urnenabstimmung am 25. September bestätigt wird. Deshalb stiessen die Ausführungen des amtierenden Scherzer Gemeindeammanns Hans Vogel zum Fusionsprozess auf lebhaftes Interesse.

Vogel betonte, dass es für kleine Gemeinden mit wenig Personal schwierig werde, Kompetenzen und Spezialisierungsanforderungen für die wachsende Aufgabenkomplexität aufzubauen. Oft müssten auch Gemeinderatsmitglieder operative Verrichtungen übernehmen. Das vergrössere ihre Beanspruchung und erschwere die Suche nach Behördenanwärtern. Zwar könnten Dienstleistungsdefizite durch Kooperationen kompensiert werden. Sie führten jedoch zu schleichendem Autonomieverlust. Wichtig für das Gelingen einer Fusion seien Vertrauen, Grosszügigkeit des stärkeren Partners, kritikfähige Kommunikation, überzeugte Behörden und standortgerechte Schullösungen.

Neben dem aktuellen politischen Lagebericht beeindruckte die ehemaligen Gemeindeoberhäupter die Idylle der zwei Scherzer Weier. Am unteren Gewässer, das seit je das mächtige Rad in der Mühle trieb, boten  ihnen Besitzer Hanspeter Meyer, Fischereiaufseher Paul Hiltpold und Hans Gloor ein spannendes naturkundliches Erlebnis: Der Fang von einheimischen Edelkrebsen, die zur Wiederansiedlung in andern aargauischen Gewässern ausgesetzt werden.

Zum Abschluss wechselte die Schar in den Scherzen „Leuen“ zum Nachtessen und zur weiteren Kontaktpflege. Zuvor wurden noch ein paar Regularien erledigt und die verstorbenen ältesten Mitglieder Max Wildi, 96, Mülligen, und Jürg Haberbosch, 87, Schinmznach-Bad, gewürdigt. H.P.W.