Die Mitgliederbeiträge sind bescheiden. Doch sie sind die wichtigste Einnahmequelle des Altersheimvereins Gränichen, wie Präsident Kurt Hirt an der zügig durchgeführten Generalversammlung klar machte.

Die Vereinsmitglieder gehören zumeist der älteren Generation an, wie der Blick in die Runde im Schiffländi-Saal zeigte. Um etwas gegen den Mitgliederschwund zu unternehmen, lancierte das gut eingespielte Vorstandsteam im vergangenen Jahr, auf Anregung einer GV-Teilnehmerin, eine Werbeaktion. Die Kosten für die Flyer seien zwar höher gewesen, als die Jahresbeiträge der 16 Neumitglieder, erwähnte Kurt Hirt. Der Aufwand, hoffte er, werde sich in den nächsten Jahren durch den grösseren Bekanntheitsgrad bezahlt machen. Der Verein dürfe nie aufgelöst werden, denn gemäss Statuten nehmen zwei von der Vereinsversammlung gewählte Personen Einsitz im Stiftungsrat des Alterszentrums Schiffländi und können bei Entscheidungen mitbestimmen.

Geld für Anschaffung eines modernen Pflegebetts

Mit den Beiträgen und Spenden werden Wünsche erfüllt, die nicht im Budget des Alterszentrums enthalten sind. So stockt der Verein den von der Brockenstube grosszügig dotierten Betrag für Blumenschmuck schon seit Jahren auf. Im letzten Jahr übernahm der Verein auch die Kosten für neue Garderobenschränke für das Personal und eine mobile Glasvitrine, in welcher die in der Aktivierung hergestellten Produkte publikumswirksam präsentiert werden. Als Supplement erhielten alle Zentrumsbewohner eine Kaffeekarte. Angesichts des positiven Rechnungsergebnisses unterstützten die zahlreich Anwesenden den vom Zentrumsleiter vorgebrachten Wunsch, im laufenden Jahr 9000 Franken an die Anschaffung eines modernen Pflegebetts zu sprechen. Er sei nicht mehr so nervös, wie beim seinem Einstand vor einem Jahr, gab Florian Koch zu. Aus erster Hand berichtete er über ein intensives Jahr, das er und sein Team gut über die Runden gebracht haben. Die Zimmer sind alle belegt. Auf der Dringlichkeitsliste stehen momentan weitere 35 Namen. Zudem gingen fast täglich Anfragen von Spitälern ein, die kurzfristig Unterkunft für pflegebedürftige Menschen suchten. Auch infrastrukturell hat sich in der „Schiffländi“ einiges getan: Im Haus Wyna hat der 3. Stock als letztes ein eigenes, wohnliches Stübli erhalten und die ganze Abteilung wurde mit neuen Möbeln ausgestattet. Die Küche im 1. Stock wurde in ein Ferienzimmer umgewandelt. Der grosse Speisesaal wurde neu eingerichtet. Die Cheminée-Ecke erhielt ebenfalls ein Facelifting.

In der Pflicht als Ausbildungsbetrieb

Spannend geht es im aktuellen Jahr weiter: Am 1. Mai tritt die neue Leiterin Pflege und Betreuung ihre Stelle an. Als nächstes wird im Haus Jura ein „Fitnesspark“ eingerichtet, wo die Bewohner ihre Beweglichkeit unter kundiger Anleitung verbessern können. Im Herbst erfolgt die Neumöblierung der Cafeteria; der Empfang wird zur bedienten Reception umgestaltet. Das vorher von der Spitex benützte Büro wird zum Personalraum und der darüber liegende Raum soll als Sitzungszimmer und Lernwerkstatt für die Auszubildenden genutzt werden. Im Dezember 2017 wird das Haus am Bach, das Menschen mit Demenz ein letztes Daheim bieten wird, bezogen. Die Eröffnungsfeier ist für Mitte November vorgesehen.

Auf gutem Weg ist auch die Ausbildung von Pflegefachleuten. Um dem Fachkräfte-Notstand zu begegnen, sind nämlich auch Alters- und Pflegeinstitutionen verpflichten, Lernende auszubilden. Allerdings ist es für kleinere Institutionen nicht einfach, die komplexen gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Umso glücklicher zeigt sich der junge Zentrumsleiter, dass die Pflichtzahl von zwölf Lernenden mit Beginn des neuen Lehrjahres im Herbst erfüllt werden kann. Mit feinen Häppchen aus der Zentrumsküche fand die GV ihren gemütlichen Abschluss.