Widen (Schneisingen)

Seniorenausfahrt ins Emmental

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Ein erlebnisreicher Tag

Die Seniorinnen und Senioren hatten sich für ihre alljährliche Ausfahrt einen Prachtstag ausgesucht. Dementsprechend gutgelaunt bestiegen sie an den drei Einsteigeorten Ober-, Mittel- und Unterdorf die beiden Cars. Kurz vor halb neun konnte und die Fahrt losgehen nach Baden, Neuenhof auf die stark frequentierte Autobahn Richtung Bern. Vorbei am immer wieder beeindruckenden, imposanten Schloss Lenzburg auf der einen und später den ebenso imposanten Eisenkonstruktionen der Mülldeponie Kölliken auf der andern Seite. Ab Oftringen ging die Reise weiter auf gemütlicheren Strassen, mitten durch das malerische Thut-Städtchen Zofingen. Sattgrüne Wälder, abgemähte Wiesen so weit das Auge reichte und das schmucke Kirchlein von Vordemwald präsen-tierten sich. Im Hintergrund konnte man durch leichten Dunst in der Morgensonne die sanften Hügel des Jura ausmachen. Dass das Emmental in nicht mehr weiter Ferne lag, merkte man an den typischen Bauernhäusern, mit ihren unverkennbaren, weit ausladenden Dächern. Wie frisch herausgeputzt wirkten sie, umgeben von gepflegten Gärten und geschmückt mit den schönsten Blumen. Für die zahlreichen, abgelegenen Bauernhöfe ist Huttwil oder „Huttu", wie die Kleinstadt von den Einheimischen genannt wird, die grösste Gemeinde, um dort fast alles einzukaufen zu können. Beim Verlassen dieser reizenden Stadt stachen im Vordergrund die markanten Berneralpen ins Auge. „Ein Kaffee wäre wirklich willkommen", ertönte es bald da und dort, den Ortstafeln zufolge, konnte aber Affoltern im Emmental nicht mehr weit sein. Der ersehnte Kaffeehalt sowie die Besichtigung der dortigen Schaukäserei standen auf dem Programm. Dort ging es, dem heutigen Standard entsprechend, „hightechmässig" und hektisch zu und her. Auf der anderen Seite demonstrierte Käser Frauchiger in einem alten, mit Schindeln bedeckten Emmenthalerhaus nach uralter Manier - wie das auf einer Alp der Fall ist - das Käsen. In einer Ecke brodelte das Feuer, wo zuvor in einem riesigen Kupferkessel Milch und Lab erhitzt und eingedickt wurde. Um die Masse aus dem „Kessi" zu hiessen, engagierte der fröhlich witzige Käser eine Jungseniorin aus Schneisingen. Sie erhielt eine Schürze umgebunden und wurde informiert , wie das Tuch gehalten werden muss, damit der Käse ordnungsgemäss aus dem Kessel in die bereitstehende Form gegeben werden konnte. Unter grossem Gelächter der Zuschauer ging das perfekt vonstatten. Beim Käse ist es wie bei den Menschen: „Als jung kommt er in die Form und als alt sollte er auch noch belastbar sein" ! meinte der gemütliche Mann. Das eine oder andere Souvenir wurde erstanden, hiesiger Käse, legendäre Emmentaler-Riesenmeringues oder gar „kerzenbetriebene" Oefen für ein Raclette zu zweit wurden gekauft. Auf der Weiterfahrt zeigte sich Gemeinderat Adrian Baumgartner erfreut, dass so viele Einwohner der Einladung Folge geleistet haben. Er dankte Regula Schwitter als Betreuerin und René Meier als Ersthilfe-Mann und wies darauf hin, dass das Mittagessen im bestbekannten Restaurant Kreuz in Sumiswald im Gotthelfsaal eingenommen werde. In jenem Saal mit Galerie, wo die Dreharbeiten für den Film „Ueli der Pächter" stattfanden, so zum Beispiel die Szene, wo Hagelhans die „Glungge" ersteigert hatte. Schon bald stand das prachtvolle Emmentalerhaus vor uns und im Gotthelfsaal wähnte man sich tatsächlich viele Jahre zurückversetzt, es schien, als ob hier die Zeit stehen geblieben wäre. Von besagter Galerie aus verkündete der Initiator der Schneisinger Seniorenausfahrten, Alfons Keller, dass diese nun die 48. Ausgabe sei und anfangs vom Motoclub Schneisingen organisiert wurde. Zum Unterschied von heute, fuhr man mit Privatautos in die nähere Umgebung zu einem Zobig. Nicht mit Autos, nein mit acht schön dekorierten Kutschen und je zwei Pferdestärken wurde die muntere Schar eine Stunde durch die malerische Gegend gefahren. Die in „Sennenchutteli" gekleideten Kutscher wussten mit ihrem gemütlichen Dialekt so manches zu berichten. Ein Erlebnis, das wohl niemand so schnell vergessen wird. Diese Zeit ging hingegen sehr schnell vorbei und es galt, von der lieblichen Gegend Abschied zu nehmen. Alle - vom ältesten, 92jährigen Teilnehmer bis zu denjenigen, die das erste Mal mitreisen durften - waren sich einig, einen erlebnisreichen, gelungenen Tag erlebt zu haben. (ibr)

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