Der Gemeinderat Birr beantragt der Gemeindeversammlung, aus dem regionalen Kinder- und Erwachsenenschutzdienst (KESD) auszutreten und die Aufgabe durch die eigene Verwaltung zu bewältigen. Die Kündigung wird offen auch als Druckmittel gegen die regionale Institution bezeichnet. Aber wer austritt, hat nichts mehr zu sagen, darum läuft eine solche Drohung ins Leere. In Sachen KESD betreibt der Gemeinderat Hauruck-Politik. Zuerst hat er von sich die KESD-Mitgliedschaft „vorsorglich“ gekündigt, was sich rechtlich als unhaltbar erwies. Jetzt wollte er die Kündigung durch die Gemeindeversammlung beschliessen, sich aber gleichzeitig die Kompetenz geben lassen, den Austritt von sich aus unter Umständen wieder rückgängig zu machen – was ebenfalls nicht geht. Solches Vorgehen schafft kein Vertrauen, auch nicht, was die angeblichen finanziellen Vorteile einer eigenen KESD-Lösung betrifft. Der Gemeinderat kalkuliert spitz, schon eine kleine Zunahme der Fälle würde seine Berechnungen durchkreuzen. Deshalb erscheint die regionale KESD-Mitgliedschaft solider.
A. Locher