Der auch für die Baupolizei zuständige Oberentfelder Gemeinderat kämpft derzeit an verschiedenen Fronten gegen Bauherrschaften, die bei der Realisierung ihrer Vorhaben massiv von den genehmigten Plänen abgewichen sind. In einem Fall wurden bei einem neuen Mehrfamilienhaus anstelle der bewilligten zwei gleich vier Attikawohnungen erstellt. Bei der umfassenden Renovation von zwei älteren Wohnblocks wurden im Keller nicht bewilligte Wohnungen eingebaut und zum Teil vor der Bauabnahme bereits vermietet. Diese Wohnungen können auch nachträglich nicht bewilligt werden, weil sie über keine ins Freie führenden Fenster verfügen und die an die Wohnhygiene gestellten Anforderungen auch wegen ungenügender Isolation des Bodens nicht er­füllen. Die Zufahrt zur Tiefgarage einer Mehrfamilienhausüberbauung wurde nur einspurig gebaut. Der in den Plänen auf privatem Grund vorgesehene Warteraum für kreuzende Fahr­zeuge wurde nicht erstellt.

In allen Fällen hat der Gemeinderat die Beseitigung des widerrechtlichen Zustands angeordnet. Diese Verfügungen wurden teilweise mit Beschwerde angefochten. Weil grosse wirtschaftliche Werte auf dem Spiel stehen, ist mit langwierigen Verfahren durch mehrere Instanzen zu rechnen. Zudem werden die Verantwortlichen auch strafrechtlich belangt. Die Bussenkompe­tenz des Gemeinderats reicht bis zweitausend Franken. Dies ist nach Ansicht der Behörde angesichts der gravierenden Übertretungen viel zu wenig. Bei der Staatsanwaltschaft wird deshalb gegen die verschiedenen Bauherrschaften Anzeige erstattet. Laut Baugesetz beträgt die Höchststrafe fünfzigtausend Franken.

Hinweis:

Wegen des Datenschutzes und der laufenden Verfahren können wir Ihnen auch auf Anfrage hin weder die Objekte noch die Namen der Verantwortlichen mitteilen.