Stimmung angespannt
Kundgebung zum 1. Mai: Der diesjährige Tag der Arbeit stand unter dem Motto «Frieden, Freiheit und Solidarität»

Zahlreiche Gewerkschaften, linke Gruppierungen, Kurden-Organisationen und der Schwarze Block zogen mit einer neuen Route durch die Basler Innenstadt. Teilweise war die Stimmung angespannt, es kam zu zahlreichen Sachbeschädigungen.

Valerie Zeiser
Drucken
Eröffnet wurde der Zug von der Gewerkschaft Unia, ihr folgte der Schwarze Block.

Eröffnet wurde der Zug von der Gewerkschaft Unia, ihr folgte der Schwarze Block.

Juri Junkov

Der heutige Sonntag steht im Zeichen des Tages der Arbeit - des ersten Mai. Für 10 Uhr riefen unter anderem die Gewerkschaften Unia und VPOD zur 1.-Mai-Demonstration auf.

Dazu kamen mindestens 20 weitere Gruppierungen - revolutionäre Bündnisse, Jungparteien und kommunistische Gruppierungen. Auch kurdische Organisationen nahmen teil. Insgesamt folgten mehrere Hundert Personen dem Aufruf. Der Schwarze Block war mit einer Gruppe von etwa 50 Personen vertreten.

Auch der Basler SP-Nationalrat Mustafa Atici war beim Demonstrationszug dabei. Er wird zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Kasernenareal eine Rede halten.

Diverse Sachbeschädigungen liess der Schwarze Block zurück. Darunter zerbrochene Scheiben, Sprayereien und farbige Bankfassaden.

Diverse Sachbeschädigungen liess der Schwarze Block zurück. Darunter zerbrochene Scheiben, Sprayereien und farbige Bankfassaden.

Juri Junkov

Diverse zerbrochene Scheiben und Sprayereien

Dieses Jahr folgte die Demonstration einer neuen Route. Gestartet wurde ab ca. 10:30 Uhr beim De-Wette-Park, weiter ging es über den Steinenberg richtung Barfüsserplatz, dann per Marktplatz und Mittlere Brücke zum Claraplatz, wo sich der Demonstrationszug in zwei Teile trennte. Die Polizei war mit Dialogteams vor Ort und beobachtete die Situation. Wo sie es als nötig erachtete, griff sie ein.

Voraus lief ein Teil der Unia, gefolgt - immer mit etwas Abstand - vom Schwarzen Block. Entlang der Elisabethenstrasse - wo wegen eines Mannes, der eine Scheibe eingetreten hatte, die Ambulanz gerufen werden musste - zog die Demonstration zum Bankverein.

Die Kantonspolizei hielt unter anderem diese Sachbeschädigung an der UBS-Geschäftsstelle am Marktplatz fest.

Die Kantonspolizei hielt unter anderem diese Sachbeschädigung an der UBS-Geschäftsstelle am Marktplatz fest.

Kantonspolizei BS

Dort gerieten die Filialen der Credit Suisse und der UBS unter Beschuss durch rote und graue Farbbeutel. Dabei gingen diverse Scheiben zu Bruch und die Logos der beiden Grossbanken wurden beschädigt.

Die Demonstration zog dann weiter Richtung Barfüsserplatz, wo an die Fassade der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) ein Banner gehängt wurde. Entlang der Route wurden Plakate angeklebt und verschiedene Fassaden, darunter auch die der Grieder-Filiale an der Schifflände, besprayt. Ausserdem wurden bei diversen Stopps kürzere Reden gehalten.

Angespannte Stimmung während dem Demonstrationszug

Die Demonstration zog weiter über die Mittlere Brücke, und teilte sich anschliessend beim Claraplatz auf. Die Unia und einige Gruppierungen gingen weiter Richtung Kaserne, der Schwarze Block und andere Gruppen zog es weiter Richtung Theodorskirchplatz.

Während der Demonstration war die Stimmung teilweise angespannt. Beim Theodorskirchplatz und auf dem Kasernenareal entspannte sich die Situation aber. Es wurde getanzt und Reden wurden gehalten. Das Programm läuft auf dem Kasernenareal noch bis am Abend. Unter anderem gibt es noch mehrere Konzerte.

Eine 1.-Mai-Demonstration fand heute auch in Liestal statt. Gestartet ist der Umzug um 13:30, auch dort finden ab 14 Uhr Festivitäten statt.

Bereits am Samstag demonstrierten etwa 30 Personen vor dem Novartis-Pavillon.

Bereits am Samstag demonstrierten etwa 30 Personen vor dem Novartis-Pavillon.

Valerie Zeiser

Kleinere Demonstration bei Eröffnung des Novartis-Pavillon

Nach kurzer Zeit wieder aufgelöst

Bereits gestern hatte sich eine kleinere Gruppe von etwa 30 Personen vor dem Novartis Pavillon versammelt. Dieser feierte gestern Eröffnung. Nach einer kurzen performativen Einlage gingen die Demonstrierenden auf das Gelände und zogen vor dem Eingang des Pavillons einen Banner auf.

Vom Areal verwiesen wurden die Demonstrierenden schliesslich nur kurze Zeit später von der Polizei, die mit acht Personen auftauchte. Ausserhalb des Geländes wurde noch etwas Musik gehört und getanzt.

Aktuelle Nachrichten