Seticotasteromimus Brunomanseri
Neu entdeckter Rüsselkäfer wird nach Bruno Manser benannt

Forschende haben im Dschungel von Borneo eine neue Rüsselkäferart entdeckt. Sie haben ihn Seticotasteromimus brunomanseri benannt – zu ehren des Basler Aktivisten Bruno Manser.

Aimee Baumgartner
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Bruno Manser kurz vor dem Start mit seinem motorisierten Para-Glider in Sharawak, Ost Malaysia, am 29. März 1999.

Bruno Manser kurz vor dem Start mit seinem motorisierten Para-Glider in Sharawak, Ost Malaysia, am 29. März 1999.

Bild: KEYSTONE/AP/Andy Wong

Ein deutsches Forscherteam führte während rund 20 Jahren mehrere Projekte in Borneo durch. Im Dschungel wollten sie mehr über die Insektenvielfalt im Kronendach des tropischen Regenwalds erfahren. 80 Prozent der gefundenen Insekten konnten keiner der bekannten Arten zugeordnet werden, schreibt das Naturhistorische Museum heute Dienstag in einer Mitteilung, darunter auch bisher unbekannte Rüsselkäfer.

So sieht der Käfer aus.

So sieht der Käfer aus.

Bild: zvg

Weltweit sind bislang über 60'000 verschiedene Rüsselkäfer-Arten bekannt – etwa 1200 davon wurden in Mitteleuropa gefunden. Einer der bisher unbekannten Rüsselkäfer konnte nun vom Insektenspezialist Christoph Germann vom Naturhistorischen Museum zugeordnet werden. Er benannte ihn nach dem bekannten Basler Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten Bruno Manser, der sich in jener Region jahrelang für den Schutz des tropischen Regenwaldes und seiner Bewohnerinnen und Bewohner eingesetzt hatte. Im Jahr 2000 ist er verschollen. Der Käfer erhält den Namen Seticotasteromimus brunomanseri und ist 2,5 Millimeter klein.

Die beiden Fundorte liegen 2700 Kilometer auseinander

Die Tatsache, dass diese kleinen Tiere eine solche Distanz zu überwinden vermochten, erstaune selbst die Fachwelt, heisst es von Seiten des Naturhistorischen Museums. Bruno Manser sei dem Naturhistorischen Museum Basel eng verbunden gewesen. 1998 wurden in der Sonderausstellung «Die Tagebücher des Bruno Manser» dessen Aufzeichnungen gezeigt.

Das Holz für die Hütte stammte aus der Langen Erlen.

Das Holz für die Hütte stammte aus der Langen Erlen.

Bild: zvg

Am Tag der Eröffnung der Sonderausstellung, baute Manser vor den Augen des Publikums eine Hütte nach Art der Penan, eine indigene Volksgruppe auf der Insel Borneo. In der Hütte hielt der Basler Aktivist über Monate Erzählstunden für Kinder ab, erklärte die Folgen der Regenwald-Abholzung und klärte die Besucherinnen und Besucher über die Situation in Borneo auf.

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