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Regenzeit in Basel: Das wird noch bis Sonntag so bleiben.

Regenzeit in Basel: Das wird noch bis Sonntag so bleiben.

Statt der gewohnten Sonne und Wärme heisst es in Basel in den Frühlingsmonaten Kälte und Regen. Das trübe und nasse Wetter verdanken wir der kalten Polarluft, die ungestört vom Nordmeer ins Land strömt. Aussichten auf Besserung gibt es noch keine.

«Alle haben genug vom Wetter.» Wenn das ein Berufsmeteorologe wie Ludwig Z’graggen von Meteo Schweiz sagt, ist es wohl mehr als ein subjektives Gefühl, dass dieses Jahr bisher ein besonders trübes und kaltes war. Und Z’graggen, dem die Region Basel «als Hitzepol» gut bekannt ist, kann bis zum nächsten Wochenende auch keine Entwarnung geben.

Die aktuelle Schlechtwetterperiode, die noch bis in die nächste Woche anhalten soll, verdankt die Region dem anhaltenden Wind aus Nordwesten, der die kalte Polarluft vom Nordmeer direkt an die Alpen bringt. Weil die Luft durch die Meeresfeuchtigkeit instabil ist, erwartet Z’graggen bis zum nächsten Wochenende täglich zwischen zwei und drei Millimetern an Niederschlägen pro Quadratmeter, ab 700 Metern sogar Graupel und Schnee.

«Die Menschen sind das nicht mehr gewöhnt»

Von einem «Jahrhundertereignis» will Z’graggen dabei nicht sprechen; aber er gibt zu, dass es «relativ selten» passiert: «Eine solche polare Wetterlage kommt etwa alle 25 Jahre vor.» Der Minusrekord für den Mai liegt in Basel bei 1,3 Grad im Jahr 1961. Für das Wochenende sind – nicht viel wärmer – Temperaturen zwischen 3 und 13 Grad vorhergesagt.


Wolkendecken an Weihnachten, Schneefall an Fasnacht, Kälte an Ostern und Dauerregen an Pfingsten: Das gefühlt ununterbrochene Aufeinanderfolgen von Schlechtwetterperioden ist laut Z’graggen reiner Zufall. «Die Menschen sind das nicht mehr gewöhnt», sagt er. Die vergangenen Frühlinge, besonders der April 2011 mit Spitzentemperaturen von 31 Grad, seien überdurchschnittlich heiss gewesen. Allerdings habe es ein so sonnenarmes Winterhalbjahr seit 1979/80 nicht mehr gegeben.

Jetzige Sommerprognosen unseriös

Das bestätigt auch der Meteorologe Roland Vogt von der Uni Basel. Der März hatte demnach 70,9, statt der 117 durchschnittlichen Sonnenstunden. Auch Januar (41,4 statt 63 Stunden) und Februar (54,8 statt 83 Stunden) waren laut Vogt ausserordentlich trüb. «In der dunklen Jahreszeit fällt jede Stunde ohne Sonnenschein natürlich noch viel stärker ins Gewicht», sagt er. Die Niederschlagsmenge sei zwar noch «im normalen Rahmen»; das unbeständige Wetter sei jedoch «wirklich ungewöhnlich».

Ob auf den verregneten, kalten Frühling nun ein sonniger, warmer Sommer folgen wird, ist für Vogt völlig offen. Wettervorhersagen seien nur für eine Woche seriös, sagt er und erteilt damit allen Zwei-Wochen-Vorhersagen oder gar Jahresprognosen eine Absage: «Die Jahresvorhersage des Bööggs ist genauso zuverlässig.» Doch den Wettergeplagten Nordwestschweizern bringt sein Kollege Z’graggen mit seinem historischen Wissen wenigstens etwas Hoffnung: «April und Mai 1983 waren in Basel genauso verregnet und mies wie jetzt. Aber der Juli wurde mit 38,4 Grad der heisseste seit den Aufzeichnungen.»

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