Präsidialdepartement
Jans holt politische Gspänli für Kaderposition – Kritik von den Bürgerlichen

Nora Bertschi und Sebastian Kölliker leiten künftig zusammen das Generalsekretariat des Präsidialdepartements. FDP, LDP und SVP kritisieren das als Klientelpolitik.

Jonas Hoskyn
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Die zwei wichtigen Figuren im künftigen Präsidialdepartement: Nora Bertschi und Sebastian Kölliker.

Die zwei wichtigen Figuren im künftigen Präsidialdepartement: Nora Bertschi und Sebastian Kölliker.

Seit knapp zwei Monaten ist der neue Regierungspräsident Beat Jans im Amt. Nun fällte er seinen ersten wichtigen personellen Entscheid und besetzt das Generalsekretariat neu. Den wichtigsten Posten im Präsidialdepartement teilen sich in einer Co-Leitung neu zwei Personen, die man bis anhin vor allem aus der Politik kennt: Nora Bertschi (Grüne) und Sebastian Kölliker (SP).

Die 34-jährige Nora Bertschi gilt als Hoffnungsträgerin der Basler Grünen. Seit der Abwahl von Elisabeth Ackermann vergangenen Herbst kursierte, war ihr Name zuoberst auf der Liste von möglichen Regierungskandidaten für die Wahlen 2024. Die Juristin mit Doktortitel und vier Kindern sass von 2013 bis 2017 im Grossen Rat und trat zurück als sie stellvertretende Amtsleiterin der Sozialhilfe wurde.

Sebastian Kölliker ist 31 Jahre alt und arbeitet aktuell bei HFF Architekten und bei der Stiftung Kuppel. Seit vier Jahren sitzt er für die SP im Grossen Rat. Auch ihm wurden immer wieder Ambitionen auf einen Job in der Regierung nachgesagt. Aufgrund seines neuen Jobs muss Kölliker aus dem Basler Parlament zurücktreten.

Jans: «Ich brauche nahe Vertraute»

Auch wenn es in der Politik durchaus üblich ist, dass Regierungsräte Weggefährten in ihre Departemente mitnehmen, kommt die Wahl überraschend. «Mit diesem Entscheid möchte ich ein Zeichen setzen für eine Neuausrichtung des Präsidialdepartements. Das Präsidialdepartement soll in der Führung von Querschnittsaufgaben und in der Kommunikation von Kantonsanliegen eine stärkere Rolle spielen», lässt sich Regierungspräsident Beat Jans in der Medienmitteilung zitieren. «Dazu brauche ich nahe Vertraute, die meine politische Herkunft und die politischen Akteure im Kanton gut kennen.» Dass die beiden das nötige Rüstzeug mitbringen, habe ein extern durchgeführtes Assessment gezeigt. Der bisherige Generalsekretär, Peter Gautschi, amtete künftig als Stellvertreter des neuen Duos.

Bürgerliche kritisieren «Sololauf»

Die bürgerlichen Parteien FDP, LDP und SVP kritisierten den Personalentscheid in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Jans nutzte sein Amt für Klientelpolitik. Damit werde eine Stabsfunktion, welche das gute Funktionieren der Verwaltung sicherstellen soll, verpolitisiert. Das zeige, dass Beat Jans nicht bereit sei, ein Regierungspräsident für die gesamte baselstädtische Bevölkerung zu sein. Weiter würde die Co-Leitung zu Schnittstellenproblemen und höheren Kosten führen, befürchten die Bürgerlichen. Zudem bemängeln FDP, LDP und SVP, dass die Neubesetzung der Stelle nicht ausgeschrieben war. Fazit: «Der Regierungspräsident sollte sich zurückhalten mit derartigen Sololäufen.»

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