Interview

Parteitag durchgezogen: Saskia Schenker als Präsidentin der Baselbieter FDP wiedergewählt

Landrätin Saskia Schenker wurde als Präsidentin der Baselbieter FDP wiedergewählt – und will auch neben Corona Themen setzen.

Landrätin Saskia Schenker wurde als Präsidentin der Baselbieter FDP wiedergewählt – und will auch neben Corona Themen setzen.

Präsidentin Saskia Schenker wurde per Akklamation – und ohne Händeschütteln – wiedergewählt. Die 40-jährige Landrätin aus Itingen blickt am Folgetag im Gespräch mit der bz auf zurückliegende und bevorstehende turbulente Zeiten.

Warum haben Sie den Parteitag nicht abgesagt?

Saskia Schenker: Natürlich haben wir uns vorher in der Parteileitung täglich mit der Situation auseinandergesetzt, da man nie wusste, wie sie sich entwickelt und was vom Bund und Kanton beschlossen wird. Uns war aber auch wichtig, innerhalb des behördlich vorgegebenen Rahmens möglichst vieles am Laufen zu halten. Wenn wir das Alltags- und Wirtschaftsleben stärker einschränken, als es die Behörden empfehlen, verschärfen sich die negativen Effekte auf die KMU und somit unsere Arbeitsplätze. Das wollten wir auf keinen Fall.

Haben Sie Vorsichtsmassnahmen getroffen?

Wir wussten, dass rund 60 Mitglieder kommen. Die Location war zum Glück gross genug, um einigen Abstand zwischen den Stühlen zu gewährleisten. Zudem stellten wir Desinfektionsmittel bereit und klärten alle über die Hygienevorschriften auf. Auch verzichteten wir auf Händeschütteln.

Ende 2018 übernahmen Sie das Präsidium in einer für die FDP turbulenten Zeit, nachdem Paul Hofer Knall auf Fall den Bettel hingeschmissen hatte. Wie anstrengend war der Start?

Das war in der Tat eine Phase von sehr grosser Intensität, zumal nur knapp vier Monate bis zu den kantonalen Wahlen blieben. Aber ich sagte mir schon damals immer, dass die Freude am Amt überwiegt. Es motiviert mich, andere Leute zu motivieren und die FDP vorwärts zu bringen.

Ziehen die Baselbieter Freisinnigen mittlerweile wieder an einem Strang?

Ja, aber das heisst nicht, dass immer alle einer Meinung sind. Wir sind schliesslich «Frei-Sinnige» und können in der Sache intern hart diskutieren. Wir haben viele Leute mit starken eigenen Meinungen. Das finde ich wichtig. Gleichzeitig hat uns das Wahljahr 2019 zusammengeschweisst.

Das für die FDP eher zwiespältig ausfiel...

Ich wusste, dass ich das Präsidium zu einer Zeit übernehme, in der die FDP keine grossen Erfolge feiern wird. Also entschloss ich mich zu kämpfen und glaubte immer daran, dass wir viel bewirken können. Dass wir im Landrat dann zwar Wähleranteile verloren, die 17 Sitze aber hielten, war den Umständen entsprechend gut. Bei den Wahlen im Herbst dann konnten wir – entgegen dem nationalen Trend – sogar Wähleranteile zulegen. Das überraschte sogar die FDP Schweiz.

Blicken wir nach vorne: Wie gross ist die Gefahr, dass das Corona-Virus die politische Agenda so stark besetzt, dass andere Themen zu kurz kommen?

Es ist klar, dass die Epidemie zurzeit alles übersteuert – auch in der Politik. Wir müssen sie ernst nehmen. Der Fokus verschiebt sich. Schliesslich sind gerade KMU stark betroffen. Deshalb haben wir ja auch bereits die Regierung aufgefordert, den Baselbieter Unternehmen zu helfen. Gleichzeitig ist es wichtig, auch andere Themen vorwärts zu bringen. Da sehe ich uns Politiker in der Verantwortung.

Ist die FDP mit ihrer Forderung an die Regierung nicht einfach auf den Corona-Zug aufgesprungen?

Das trifft gerade auf uns von der FDP nicht zu, schliesslich stehen uns Unternehmen traditionell sehr nahe. Wir mussten agieren, da der Regierungsrat nicht proaktiv Massnahmen ergriff.

Welches Thema beschäftigt Sie sonst in diesem Jahr?

Die Rahmenbedingungen für KMU rücken nun natürlich schon stark ins Zentrum. Ein anderes Thema ist die Sozialhilfestrategie des Kantons. Alle reden immer von der «Motion Riebli». Dabei haben wir uns schon länger stark gegen die steigenden Sozialhilfekosten für Gemeinden eingesetzt. Ganz grundsätzlich ist mir wichtig, dass wir selbstbewusster bekannt machen, wofür wir uns einsetzen.

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